adidas Supernova 9 – 2017 Modell im Test: Erfahrungen mit dem Glide Boost Nachfolger

Gestern wurde in Berlin das neue Modell des adidas Supernova vorgestellt, daß jetzt ohne Namenszusätze wie BOOST oder Glide auskommt. Ich hatte das Vergnügen das neue Modell schon vor dem offiziellen Verkaufsstart laufen zu können und berichte von meinen Erfahrungen aus dem Test des adidas Supernova.

Der neue adidas Supernova wurde zunächst in den vier Farbvarianten im Runners Point Lighthouse Store am Berliner Kurfürstendamm vorgestellt, da es den neuen Laufschuh ab 5. November zunächst nur exklusiv bei Runners Point geben wird, bevor er dann ab Dezember auch bei adidas und anderen Händlern zu bekommen ist. Also schnell rein in die Supernovas und nach einem kleinen Workout vor dem Laden ging es dann zum Lauftest über die knapp 10km lange Strecke zur adidas Runbase, wo der Supernova dann noch einmal im Detail von Olypionik Philipp Pflieger, Runbase-Coach Tobias Singer und adidas Schuhexperte Cornelius Wolf vorgestellt wurde.

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Doch kommen wir erst einmal zu den technischen Details des Superglide. Schon seit 2013 setzt adidas ja nicht zuletzt mit dem super erfolgreichen Ultra Boost auf das innovative Boost-Material, daß auch seit mehreren Modellgenerationen im Supernova zum Einsatz kommt. Beim neuen Superglide wurde noch einmal rund 20% mehr Boost-Material eingebaut, vor allem um den Komfort im Bereich der Ferse weiter zu erhöhen. Auch wenn viele es sich anders wünschen würden, sind gut drei Viertel aller Läufer Fersenläufer, die mit dem Hacken zuerst auf den Boden treffen und dann über Mittelfuß und Vorderfuß abrollen – und die profitieren besonders vom Boost-Material.

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Zusätzlich zum Boost-Material verfügt der neue Supernova jetzt auch über die Continental Stretch-Web Außensohle, die wir auch schon vom Ultra Boost und anderen Boost-Modellen kennen. Diese gibt dem Schuh einen besonders guten Grip und funktioniert sowohl auf Asphalt, als auch auf leichten Trail- oder Waldstrecken, was den Laufschuh so vielseitig macht. Auch das Torsion System kommt beim Supernova wieder zum Einsatz und erlaubt eine höhere Flexibilität für Vorder- und Hinterfuß. An den Seiten ist ein Energy Rail Riegel eingebaut, der die Geradlinigkeit der Laufbewegung unterstützen soll, also das der Läufer möglicht in einer gerade vorwärts ausgerichteten Bewegung von der Ferse bis zum Vorderfuß rollt, um wenig Bewegungsenergie zu verlieren.

Das Obermaterial wurde im Vergleich zu den Vorgängermodellen etwas smarter gelöst, so daß weniger Materialschichten zum Einsatz kommen, gleichzeitig aber sowohl Stabilität als auch Flexibilität ermöglicht werden. Das neue Obermaterial ist dabei in verschiedenen Zonen gelasert damit beispielsweise im Bereich des Vorderfußes die Atmungsaktivität weiter erhöht wird. Im Fersenbereich stützen zwei seitlich angebrachte Fersenkappen den Fuß und halten den Fuß stabil im Schuh. Durch den freibleibenden Bereich an der Achillesferse kann der Fuß sich natürlicher Bewegen und die Reibung wird reduziert und damit auch die Möglichkeit Blasen zu bekommen, die an dieser Stelle häufig auftreten können. Besonders ist auch der Cage, der beim Supernova aus lederartigen, festen Bändern gearbeitet ist, im Gegensatz zu dem recht harten TPU-Cage, wie er beispielsweise beim Ultra Boost verwendet wird. Auch wenn ich beim Ultra Boost keine Probleme mit dem Cage habe, ist der flexiblere Cage beim Supernova einfach noch angenehmer zu tragen und fügt sich natürlicher in das Zusammenspiel mit dem Mesh-Obermaterial ein.

Kleinere Neuerungen gibt es auch beim Schnürsystem, daß jetzt im Abschluss des Cage weicher ausgeführt ist und ebenfalls ohne TPU auskommt. Zur zusätzlichen Verstärkung im Mittelfußbereich der Schnürung wurde ein neonfarbener, noch stabilierer Riegel eingearbeitet.

Insgesamt macht der adidas Supernova einen sehr gelungenen Eindruck. Die einzelnen Komponenten sind sinnvoll aufeinander abgestimmt und besonders die dezente schon fast elegante Designsprache finde ich sehr gelungen. Der Schuh ist insgesamt etwas stabiler gehalten und hat eine recht hohe Dämpung und ist damit aber auch für sehr viele Läufer geeignet. Ich persönlich bevorzuge ein etwas flexibleres Obermaterial, daß meinem Fuß noch mehr Bewegungsfreiheit gibt. Hier ist der Tipp, den Schuh sofort weit aufzuschnüren und ersteinmal sehr locker geschürt zu laufen, da er sehr eng geschnürt aus dem Karton kommt. Ich denke, daß ich da noch ein paar Kilometer brauche, bis ich die richtige Dosierung gefunden habe.

Die hohe Sprengung finde ich sehr angenehm und die Kombination aus Außensohle, Boost und Zwischensohle finde ich sehr ausgewogen für Neutralläufer, da man zwar eine hohe Stabilität und Dämpfung hat, aber trotzdem noch ein wenig Bodengefühl beibehält. Der Schuh rollt sauber und ohne spürbaren Energieverlust ab und durch das üppig verwendete Boost-Material kann man auch ganz entspannt über den Hacken laufen, was gerade Laufeinsteigern mit einer rustikaleren Lauftechnik helfen wird. Im Vorderfußbereich habe ich den Eindruck, daß der Bereich für die Zehen besonders tief gelegt wurde und es einen recht großen Höhenunterschied zwischen Fußballen und Zehenbox gibt. Dadurch liegt der Ballen beim Abdruck direkt an diesem leichten „Hügel“ in der Sohle an und man kann sich noch besser abstoßen, daß bei schnelleren Läufen ein Vorteil des Supernova ist.

Zusammenfassend macht der Supernova in seiner Funktion als Allzweckwaffe einen sehr ausgewogenen Eindruck. Der Laufschuh zielt auf die breite Masse der Läufer und ist daher so konzipiert, daß er als Allround-Modell für viele Läufer und Streckentypen sehr gut funktioniert. Auch bei den Profis kommt der Schuh übrigens häufig als Trainingsschuh zum Einsatz, bevor es im Rennen auf die adiZero-Modelle geht. Auch bei mir wird der Supernova besonders für lange Trainingsläufe zum Einsatz kommen.

Den adidas Supernova ist technisch identisch beim Frauenmodell und Herrenmodell aufgebaut, wobei die Damenvariante ein leicht helleres Grau als Farbe hat. Es gibt aber auch eine Farbvariante in Gelb und eine in Schwarz während der Supernova exklusiv bei Runners Point erhätlich ist. Ab Dezember, wenn auch andere Händler ihn verkaufen, kommen dann auch noch weitere Colorways dazu und auch ein echtes Stabilmodell, den Supernova ST wird es noch geben, der dann den adidas Supernova Sequence Boost ablösten wird. Aus adidas Supernova Glide Boost wird also adidas Supernova und der adidas Supernova Sequence Boost heisst dann in Zukunft adidas Supernova ST. Details zum ST-Modell konnte ich aber noch nicht herausfinden.

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Kommentare
Eine Antwort zu “adidas Supernova 9 – 2017 Modell im Test: Erfahrungen mit dem Glide Boost Nachfolger”
  1. Cathi sagt:

    Hey Daniel, dein Post ist klasse geworden. Auf deinem Blog gehts ja richtig ab zum Thema Laufen. Es wäre wirklich cool, wenn wir uns demnächst mal wieder bei einem Lauf-Event treffen. Beste Grüße, Cathi von fit-weltweit.

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