Berlin-Marathon. Erfahrungen von der Strecke und meine Ergebnisse

Es ist schon irgendwie eigenartig. Da schreibe ich seit fast 10 Jahren über das Laufen in Berlin, laufe sieben mal in Folge den Berlin-Marathon und trotzdem habe ich dem Berlin-Marathon noch nie einen eigenen Erfahrungsbericht gewidmet. Natürlich tauchte er in meinen Monatsrückblicken auf, aber für mich als Berliner Läufer ist der Berlin-Marathon eben eher soetwas wie die kleine Runde vor der Haustür, die man mit gelassender Gewohnheit absolviert. Aber Schluss, damit. Hier kommen die Erfahrungen von der Strecke des Berlin-Marathons.

Anreise & Hotels beim Berlin-Marathon
Als Berliner bzw. Potsdamer kann ich natürlich keine persönlichen Erfahrungsberichte zur Anreise und den Hotels geben, da ich einfach mit der Vespa oder der S-Bahn zum Start fahre.
Als Hauptstadt und Millionenmetropole lässt Berlin aber kaum Wünsche übrig. Egal ob mit dem Flugzeug, ja wir haben auch zwei funktionierende Flughäfen!, dem Zug, Fernbus oder per Mitfahrzentrale gibt es genügend Varianten auch kostengünstig nach Berlin zu kommen.
Mit mehreren Millionen Berlin-Besuchern im Jahr stellt auch der Berlin-Marathon die Hotelszene nicht komplett auf den Kopf, aber wer strategisch günstig wohnen will, muss sich beeilen. Grundsätzlich würde ich darauf achten, ein Hotel innerhalb des sogenannten S-Bahn-Rings zu wählen, da man von dort eigentlich recht schnell alle Sehenswürdigkeiten und auch den Start erreicht. Dieser Ring ist auf den S-Bahn-Karten gelb mit Zone A gekennzeichnet.
Wer mit einem knapperen Budget unterwegs ist, findet in Berlin auch zahlreiche günstige Hostels. Da diese aber meistens von Party-Touristen heimgesucht werden, ist ein geruhsamer Schlaf dort wahrscheinlich nicht garantiert. Daher würde ich mich eher an eine der Berliner Lauf-Communities wenden, die häufig auch Couch-Surfing organisieren und privat nette Läufer unterbringen. Allen voran die adidas Runners, Midnight Runners, MileHigh Berlin, Laufgruppe Wechselzone und viele weitere.

Anmeldung, Startplatz und Qualifikation beim Berlin-Marathon
Der Berlin-Marathon gehört mit mehr als 40.000 Teilnehmern zu den 10 größten Marathons der Welt und daher sind die Startplätze sehr begehrt. Meist ist von Mitte Oktober bis Anfang November Vorjahres eine Voranmeldung für die Startplatzlotterie möglich. Ende November werden dann unter allen Bewerbern die Startplätze verlost und das Verlosungsergebnis bekanntgegeben. Danach gibt es dann noch ein paar Optionen über Charity-Plätze oder als Nachrücker einen Startplatz zu bekommen. Wer im Losverfahren kein Glück hatte, kann aber auch ein Komplettpaket über einen Marathon-Reiseveranstalter buchen. Teilweise sind diese Pakete schon ab 400€ zu bekommen, wenn man die Anreise selbst organisiert.
Für schnelle Läufer gibt es auch die Möglichkeit, sich über eine Zeit zu qualifizieren, die man zuvor in einem offiziell akzeptierten Marathonlauf erreicht hat. Allerdings sind die Zeiten in Berlin radikal schnell. So müssen selbst die Läufer bis zum Alter von 59 Jahren noch unter 2:55 Stunden gelaufen sein, um sich in Berlin zu qalifizieren.
Bei der Anmeldung in Berlin muss man außerdem beachten, daß man sich für eine Gepäckoption entscheiden muss. Bei der Frage nach Kleiderbeutel oder Poncho gab es bei der Einführung 2017 etwas Verwirrung unter den Läufern.

Startunterlagen beim Berlin-Marathon
Die Startunterlagen beim Berlin-Marathon sind nicht übertragbar und eine Manipulation kann zur Disqualifikation führen und sich auch auf zukünftige Teilnahmen auswirken. Ich kann daher nur davon abraten, Startplätze über inoffizielle Wege zu kaufen. Wer krank ist, bekommt vom Veranstalter einen Gutschein für einen Startplatz im Folgejahr, wenn er sich beim Rennarzt meldet.
Inzwischen findet die Abholung der Startunterlagen wieder im Flughafen-Tempelhof statt, wo gleichzeitig die Marathonmesse Berlin-Vital stattfindet. Der Eintritt zur Messe ist aber frei.
Wir Berliner holen traditionell die Startunterlagen gleich am Donnerstag ab, da es auf der Marathonmesse gern sehr voll wird. Daher sollte man unbedingt viel Zeit einplanen, auch weil sich der Besuch lohnt.
Zum einen ist das Flughafengebäude von Tempelhof ein architektonisches Highlight und erinnert an die gute alte Zeit, in der Flugreisen noch exklusiv und mondän waren. Zum anderen wird von den Ausstellern viel sehenswertes geboten. Fast alle großen Laufschuhmarken sind vertreten, ganz vorn dabei adidas als Sponsor des Berlin-Marathons, aber auch Nike, ON, Brooks und Co. sind vor Ort, fast alle Hersteller von Sportuhren, Sporternährung und auch viele Laufveranstalter präsentieren ihre Läufe und Laufreisen in aller Welt. Unter anderem gibt es natürlich auch die offiziellen Berlin-Marathon Schuhe dort zu kaufen.

Zunächst passiert man das Hauptgebäude und wird dann zu den Hangars geleitet. Bevor man aber in die Hangars kommt, werden Läufer und Begleiter getrennt und die Läufer bekommen nach der Kontrolle des Startpasses und Ausweises das offizielle Stoffband umgelegt. Ohne das Stoffband bekommt man später seine Nummer nicht ausgehändigt und am Renntag kommt man auch nicht in den Startblock und ins Startgelände. Wer also versucht die Startunterlagen für jemand anderen abzuholen – Stichwort Startplatzverkauf – scheitert an dieser Stelle.

Wer es eilig hat, versucht nun möglichst schnell in die letzte Halle zu kommen, wo sich die Ausgabe der Startunterlagen und der Goodie Bags befindet. Zu dieser letzten Halle, haben dann auch nur Läufer zutritt, die das Stoffarmband tragen.

Hier hat der Verantstalter nerviger Weise dafür gesorgt, daß man vorher quasi wirklich an jedem Stand der Marathonmesse vorbei muss, bis man endlich seine Startnummer bekommt. Und danach das gleiche Spiel retour. Daher ist es nahezu unmöglich in weniger als 60 Minuten die Startnummer abzuholen – selbst wenn es relativ leer ist. Dafür trifft man Gott und die Welt.

Rahmenprogramm zum Berlin-Marathon
Rund um den Berlin-Marathon findet auch ein recht umfangreiches Rahmenprogramm statt. Alle Veranstaltungen sind auch im offiziellen Eventheft enthalten, daß man mit seinen Startunterlagen bekommt.
Besonders zu empfehlen ist der Generali Frühstückslauf am Samstag. Denn hier hat man die Möglichkeit noch ein anderes sportlich-architektonisches Highlight der Stadt zu erlaufen. Das Olympiastadion!
Wer also gerne mal eine Runde auf der legendären blauen Tartanbahn des Olympiastadions drehen will, dort wo schon unzählige Rekorde und unvergessene Sportgrößen bei Olympia, ISTAF oder der Leichtathletik-EM aufgestellt und wieder gebrochen wurden, sollte sich das nicht entgehen lassen.
Gestartet wird am Samstag um 9.30 Uhr vor dem Schloß Charlottenburg, von wo es im gemütlichen Tempo über 6km zum Olympiastadion geht.

Berlin-Marathon Startgelände und Startblöcke
Das Startgelände mit allen Versorgungseinrichtungen befindet sich vor dem Reichstagsgebäude. Am komfortabelsten kommt man dort übrigens aus Richtung des Hauptbahnhofes hin. Denn dort gibt es eine kleine Brücke über die Spree und meist ist es von dort viel leerer, als aus der Richtung Brandenburger Tor oder vom Potsdamer Platz aus. Die Startnummer gilt übrigens als Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel – also sind S-Bahn und U-Bahn die erste Wahl!
Zunächst sollte man sein Zelt für die Gepäckausgabe suchen und am besten auf eine der Karten schauen, wo verzeichnet ist, wo sich das Zelt für den eigenen Startnummernbereich befindet. Leider haben die Sicherheitskräfte vor Ort in der Regel absolut keine Ahnung, wo sich irgendetwas befindet. Das scheint quasi Bedingung zu sein, wenn man beim Berlin-Marathon als Security arbeiten will. In diesem Jahr gab es beispielsweise einen neuen Standort für die Medaillengravur – nach 30 Minuten herumirren mit 20 Italienern im Schlepptau haben wir das Zelt dann auch gefunden. Also schaut lieber gleich selbst auf die ausgehängten Pläne. Fragen bringt nichts.
Wie bei jedem großen Marathon sind auch in Berlin die Toiletten kurz vor dem Start heiß begehrt. Daher sollte man sich rechtzeitig anstellen, um rechtzeitig im Startblock zu sein. Auch eigene Taschentücher oder Toilettenpapier dabei zu haben, ist keine schlechte Idee.

In Berlin wird in mehreren großen Wellen gestartet, die wiederum durch kleine Startgruppen unterteilt sind. Die erste Welle umfasst die Startblöcke A-D, die schon um 9.15 Uhr starten und dann mit kleinen Startwellen Startblock für Startblock auf die Reise gehen. Danach gibt es eine kleine Pause bis dann etwas 9:25 Uhr die zweite Welle mit Startblock E losläuft. Wer in Startblock H startet, ist erst kurz nach 10:00 Uhr auf der Strecke und kann sich also entsprechend Zeit lassen, in den Startblock zu gehen. Gerade wer weiter vorne startet, sollte aber etwas Zeit einplanen, um in den Startblock zu gelangen, denn vom Starterdorf bis zum Startblock ist es noch ein kleiner Fußmarsch.
Der Zugang zu den Startblöcken wird in Berlin doppelt kontrolliert, daher sollte man zusehen daß man sich selbst in den richtigen Startblock einsortiert und nicht als Abgewiesener den Zugang zum Startblock blockiert. Wer meint, er müsse in einem anderen Startblock starten, kann sich auf der Messe bei der Abholung der Startunterlagen am entsprechenden Schalter melden. Allerdings will man dort auch Nachweise sehen, daß man die angepeilte Zeit des gewünschten Startblocks auch wirklich laufen kann.

Die Strecke des Berlin-Marathons und die Ergbnisse
Die Strecke des Berlin-Marathon führt vom Tiergarten einmal rund durch Berlin und kreuzt viele der bekannten Sehenswürdigkeiten. Bekannter maßen ist die Strecke in Berlin aalglatt und daher absolut für Bestzeiten geeignet. Man läuft eigentlich durchgängig auf glatten, asphaltierten Straßen und hat daher eine tollen Grip. Laut meiner Sportuhr, legt man auf der gesamten Marathondistanz nur lächerliche 50 Höhenmeter zurück. Flacher geht nicht!
Wer schnell sein will, sollte übrigens nicht den blauen bzw. grünen Linien folgen, sondern die Ideallinie laufen, also Kurven immer eng und innen laufen. Die sogenannte Blue Line markiert die Ideallinie, um genau 42,195km zu laufen, aber nicht um am schnellsten im Ziel zu sein. Das ist keine Aufforderung, die Strecke abzukürzen oder über Bürgersteige zu laufen, aber manchmal kann man auch auf dem Ashalt bleiben und die Kurven etwas optimaler nehmen, als es die Blue Line vorgibt.

Das Wetter ist in Berlin meist sehr mild, teilweise wird es auch noch einmal richtig warm bei Temperaturen von über 20 Grad. Man sollte sich also darauf einstellen, daß es morgens schon herbstlich kühl sein kann, sich dann aber im Rennverlauf aufheizt. Teilweise kann es auf einigen Streckenabschnitten windig werden, aber die meisten Abschnitte sind halbwegs windgeschützt, so daß man nicht über lange Strecken gegen den Wind laufen muss.

Die Ergebnisse des Berlin-Marathon kann man über die Berlin-Marathon App auch in Echtzeit sehen und so beispielsweise als Zuschauer herausfinden, wann ein Läufer am Standort vorbeikommt. Auch über die Webseite sind die Ergebnisse sofort sichtbar und man kann sich auch bei der Medaillengravur sofort seine Zeit auf der Medaille vereweigen lassen. Auch Urkunden lassen sich schnell online ausdrucken.

Die offiziellen Urkunden werden aber postalisch erst einige Zeit nach dem Marathon verschickt, da es leider auch in Berlin eine ganze Reihe von Betrügern gibt, die abkürzen oder mit dem Rad, U-Bahn oder sonstwie schneller ins Ziel kommen. Doch verdächtige Ergebnisse werden von der Rennleitung nachträglich untersucht, beispielsweise wenn nicht alle Zeitnahmematten überquert wurden oder es merkwürdige Temposprünge im Lauftempo gibt.

Trinken beim Laufen | flickr/dominikgolenia

Verpflegung beim Berlin-Marathon
Die Streckenversorgung beim Berlin-Marathon ist ausgezeichnet und man bekommt eigentlich fast alles, was man als Asphaltläufer braucht. Die Abstände zwischen den Verpflegungspunkten liegen zwischen drei und fünf Kilometern und in diesem Jahr gab es auch noch zusätzliche Wasserstationen für wiederverwendbare Recycling-Becher.
Die Getränkestände sind in der Regel beidseitig aufgebaut und meist mehr als 10 Meter lang. Es lohnt sich also, darauf zu achten, weiter hinten an die Station zu laufen und auch darauf zu achten, auf welcher Straßenseite es leerer ist. Das Angebot wechselt ein wenig im Rennverlauf. Es gibt immer Wasser aus Plastikbechern und zusätzlich an einigen Stationen noch Zitronentee und ISO. In diesem Jahr gab es anstelle der Iso-Drinks den auf rote Bete basierenden Sportdrink ultraSPORTS Beetster.
Jeder zweite Verpflegungspunkt ist auch mit Obst ausgestattet und es werden klein geschnittene Apfelstücke und geschälte Bananenstücke gereicht.
Am Kilometerpunkt 27,5 befindet sich eine Gel-Zone, in der man verschiedene Geschmacksrichtungen an Gels des jeweiligen Sponsors gereicht bekommt. Nach Powerbar hat diese Station jetzt ultraSPORTS übernommen.
Für Notfälle kann man sich aber auch etwas Geld einstecken, denn man kommt an einigen Tankstellen und Kiez-Geschäften vorbei, wo man sich ggf. auch schnell einen Schokoriegel, Energy Drink, Cola oder was man sonst so braucht besorgen kann.

Erfahrungen von der Strecke des Berlin-Marathon
Einer der schönsten Momente in Berlin ist sicherlich der Start. Nach der Vorstellung der Eliteläufer wird gemeinsam heruntergezählt und geklatscht bevor zum Start eine riesige Traube von Luftballons über dem Startbogen aufsteigt. Die ersten Kilometer bis zur ersten Kurve verlaufen auf einer breiten Asphaltstraße und man sollte die Zeit nutzen, sich einzulaufen und im Feld einzusortieren. Denn an der ersten Rechtskurve wird es etwas enger und langsame Läufer bremsen teilweise das ganze Feld herunter.
Insgesamt ist es in den vorderen Startblöcken aber recht kontrolliert und übersichtlich, sodass man sich schnell freilaufen oder in einer Gruppe finden kann. Ich laufe allerdings seit mehreren Jahren in der zweiten Startwelle, wo tendenziell noch die schnelleren und erfahreneren Läufer starten.
Aber wir alle haben mal in H begonnen, also dort bitte einfach die Nerven bewahren. Das Rennen ist 42 Kilometer lang – da bleibt genug Zeit das Tempo hochzunehmen, selbst wenn es zu Anfang etwas langsamer losgeht.

Die Stimmung in Berlin gehört für mich zu den besten auf der Welt und bisher hat nur der New York Marathon Berlin das Wasser reichen können. Auch wenn das Wetter einmal nicht ganz so perfekt ist, ist fast die gesamte Strecke dicht mit Zuschauern umringt. Besonders schön am Berlin-Marathon ist, daß die Vornamen der Läufer auf der Startnummer stehen. Dadurch können die Zuschauer Dich mit Deinem Namen anfeuern. Klingt, banal – macht aber einen riesen Unterschied!
Übrigens gehört es in Berlin zum guten Ton, mit den Kindern am Straßenrand abzuklatschen. Also bilde Dir bitte nicht ein, daß Du Deine Zielzeit nicht schaffst, nur weil Du nett zu ein paar Kindern warst, die wegen so Verrückten wir uns dort an der Strecke stehen und klatschen. Kurz: Klatsch einfach ab oder fahr zur Hölle!

Berlin präsentiert sich am Streckenrand auch mit seiner gesamten musikalischen Vielfalt. Von Trommelgruppen, über Soul-Bands, Rockkapellen, DJs bis hin zu den orientalischen Sängern am Kottbusser Tor, ist wirklich alles mit dabei. Aber auch hier gibt es einige Highlights für Insider.
Gerade die Stimmung in Kreuzberg mit der musikalischen Vielfalt motiviert immer wieder besonders, aber auch der Party-Balkon von Familie Faust ist inzwischen eine lieb gewonnene Institution.
Auch der Wilde Eber ist mit seiner großen Bühne und den Cheerleadern ein schönes Highlight. Ist man erstmal auf dem Kurfürstendamm angekommen, ist sowieso alles egal – denn die letzten Kilometer schafft man auch. Auf dem Kudamm sorgen meist die Radio- und TV-Stationen für viel Stimmung.

Gerade wenn es anfängt, so richtig schwer zu werden drehen die adidas Runners mit dem OPEN AIR 37 an Kilometer 37 richtig auf und kurz danach folgt die Kurve von Bridge the Gap und Berlin Remmi Demmi. In dieser Kurve haben sich die internationalen Running Crews positioniert, die zusammen mit der lokalen Crew vom Run Pack Berlin jedes Jahr ein Konfetti-Inferno dort veranstalten!

Das Finale beim Berlin-Marathon muss sich aber hart erarbeitet werden. Denn kurz vor dem Potsdamer Platz geht es eine kleine Brücke hinauf – eigentlich ein seichter Anstieg, aber nach der zurückgelegten Strecke ein echter Brocken. Zum Glück steht oben meist eine Trommlergruppe, gefolgt von einer Verpflegungsstation.

Einen letzten richtig großen Support gibt es dann am Potsdamer Platz vom Team von Sponsor abbott, der dort in einem gefühlt hunderte Meter langen, blau geschmückten Streckenabschnitt mit seinem Team, Anfeuerungsrufen und Glockengebimmel für mentalen Rückenwind sorgt. Die letzten Kilometer beim Berlin-Marathon ziehen sich aber gemein. Während das Brandenburger Tor beim Blick nach links hinter dem Potsdamer Platz schon greifbar nah erscheint, schlängelt man sich weiter die Leipziger Straße hinunter und im Zick-Zack am Gendarmenmarkt vorbei in Richtung Ziel. Dann biegt man endlich auf die Straße unter den Linden ein und läuft auf das Brandenburger Tor zu.

Aber Vorsicht! Hier muss man sich den Endspurt noch immer aufteilen. Denn das Ziel ist nicht unter dem Brandenburger Tor, sondern erst einige hundert Meter dahinter. Leider gibt es immer wieder Läufer, die unter dem Brandenburger Tor stoppen, weil sie den eigentlichen Zielbogen nicht mitgenommen, der erst 500 Meter weiter steht. Vom Einbiegen Unter die Linden bis zum Ziel sind es also noch mehr als 1.000 Meter – etwas lang für einen Endspurt.

Nach dem Ziel gibt es dann die Medaillen, die seit 2016 nun endlich vergrößert wurden und damit ähnlich groß zu den Medaillen der anderen Six Majors sind und neben London und New York nicht mehr so verloren wirken. Als nächstes bekommt man dann wärmende Folien sofern man will und kann Wasser oder Isodrinks an den Stationen bekommen. Zum Finisher-Bier ist es noch ein kleiner Fußweg, aber immerhin bekommt man unterwegs auch einen Verpflegungsbeutel mit etwas Obst, einem Crossaint und Wasser.

Gerade die großzügige Wiese vor dem Reichstag läd dazu ein, sich erstmal hinzulegen und auszuruhen. Aber wer einmal sitzt, steht so schnell nicht mehr auf. Daher spaziere ich meist gleich weiter, denn hinter dem Brandenburger Tor gibt es einen schönen Zuschauerbereich, in dem man auch ein Bierchen bekommt und noch die anderen Läufer etwas anfeuern kann. Ansonsten gibt es auf der anderen Seite der Spree und auch im Tiergarten einige Biergärten, wo man sofort mit der Kalorienzufuhr und Aufhopfung beginnen kann. Meine Empfehlung wäre der Zollpackhof – aber bitte schnappt mir jetzt nicht die Plätze weg im nächsten Jahr!

Jubilee-Club des Berlin-Marathons
Auf der Strecke des Berlin-Marathon werdet Ihr immer wieder Läufer mit speziellen grünen Nummern sehen oder zusätzlichen Rückennummern mit Ährenkranz. Diese Läufer sind mindestens zehn mal beim Berlin-Marathon gelaufen und bekommen daher lebenslang eine Startplatzgarantie und behalten dauerhaft für alle Rennen die gleiche Startnummerzahl. Zusätzlich bekommen diese Jubilee-Club Mitglieder eine zusätzliche Rückennummer auf der zu lesen ist, wie oft man schon teilgenommen hat.
Ich arbeite seit 2012 am Projekt #straighttojubileeclub und versuche direkt zehn mal hintereinander in Berlin zu starten, um auf dem direktesten Weg in den Jubilee-Club zu kommen. Im Jahr 2019 wäre es dann die achte Teilnahme in Folge – also drückt mir die Daumen für das Startplatzlosverfahren.

Vielleicht habe ich nicht alle Aspekte erwähnt, daher hinterlasst mir einfach einen Kommentar oder schreibt mir bei Facebook oder Instagram, wenn Ihr noch etwas wissen wollt. Ansonsten sehen wir uns am Start oder auch im Ziel beim Berlin-Marathon!

Und wenn es Euer erster Marathon ist, achtet doch bitte auf die 10 wichtigsten Marathonregeln. Danke!

GD Star Rating
loading...
Kommentare
3 Antworten zu “Berlin-Marathon. Erfahrungen von der Strecke und meine Ergebnisse”
  1. Reinhard sagt:

    Lieber Daniel,
    dieser Beitrag ist sowohl für jene, die zum ersten Mal am Berlin-Marathon teilnehmen wollen, wie auch jene, die schon einmal dabei waren (wie ich) ein echter Leckerbissen. Musste ich das erste (und einzige) Mal aufgeben, so bin ich das zweite Mal gerade noch unter vier Stunden ins Ziel gehuscht und das dritte Mal war es mir durch mein beginnendes Rheuma (trotz Anmeldung) nicht mehr vergönnt.
    Trotzdem werde ich diesen Wettbewerb, die Stadt und die Atmosphäre immer positiv in Erinnerung behalten. Denn es ist schon ein einzigartiges Erlebnis!

    Liebe Grüße aus Österreich – Reinhard

  2. Daniel sagt:

    Danke für die Rückmeldung, Reinhard! Und alles Gute für Deine Läufe. Nerver Stop!

  3. Jill sagt:

    Hey Daniel,
    super Beitrag !
    Echt umfangreich und unterhaltsam geschrieben.
    Da bekommt man auch als Neuling Lust dran teilzunehmen :)

    Liebe Grüße

Hinterlasse einen Kommentar

Close
Follow me!
Häng Dich an die Fersen vom Sports-Insider!
Instagram
Social PopUP by SumoMe
%d Bloggern gefällt das: