Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage. Profi-Equipment im Test für Heimanwender

Neben dem Training und der Regeneration spielen Ernährung und Körpergewicht für viele Sportler eine weitere entscheidene Rolle für den Wettkampferfolg. Daher ist es elementar wichtig schell und einfach einen präzisen Status über die Körperzusammensetzung eines Sportlers zu erhalten, um Trainings- und Ernährungspläne auf die aktuelle Verfassung des Athlethen abstimmen zu können.

Nun gibt es zwar inzwischen eine ganze Reihe smarter Waagen, die per WLAN und Apps einen umfangreichen Datensatz für den Sportler pflegen können und einige dieser Waagen habe ich in der Vergangenheit ja bereits vorgestellt. Leider haben diese günstigeren smarten Waagen in der Regel alle das gleiche Problem mit der Genauigkeit der Daten, insbesondere was Muskelmasse und Körperfett angeht, da sie lediglich über einen einzelnen Messkreislauf verfügen, der über auf der Waage aufliegenden Füße angesteuert wird.

Professionelle Geräte, wie ich sie auch bei meinem Aspria-Pro Checkup erlebt habe, verfügen über eine Zweifrequenz-Technologie. Die Messungen werden dabei durch das Fußteil der Waage vorgenommen und durch ein weiteres Handteil unterstützt, so daß die Messströme tatsächlich den gesamten Körper und auch gezielt die verschiedenen Körperzonen einzeln erfassen können. Den klassischen Körperanalysewaagen sagt man hingegen nach, daß sie nur Daten aus der unteren Körperhälfte gut erfassen können und Schwierigkeiten mit dem Oberkörper haben. Nun ist es aber gerade bei Männern so, daß diese eher stramme Waden und Oberschenkel haben und das gefährliche Körperfett sich am Oberkörper am Bauch, Rücken und der Schulterpartie bildet. Daher kann bei den Messungen mit herkömmlichen Waagen ein falscher Eindruck über den Körperfettgehalt, Muskelmasse und Grundumsatz entstehen.

Tanita macht mit der RD-545 Segment-Körperanalysewaage mit Funkverbindung nun erstmals die medizinisch präzise Profitechnik für Freizeitsportler verfügbar und erlaubt damit die schnelle, einfache und hochpräzise Bestimmung der Körperdaten des Athleten im Trainingsalltag. Dadurch lassen sich nicht nur für die verschiedenen Körperzonen spezifische Daten erheben und ein höhere Datengenauigkeit erreichen, sondern auch die Analysepunkte sind deutlich vielfältiger.

Messdaten der Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage:

  • Gewicht
  • BMI
  • Körperfettanteil in %
  • Viszeralfett
  • Muskelmasse
  • Muskelqualität
  • Körperbauwert
  • Knochenmasse
  • Grundumsatz
  • Stoffwechselalter
  • Gesamtkörperwasser

Die RD-545 liefert dank Zweifrequenz-Technologie dabei äußerst präzise medizinisch genaue BIA-Messwerte, wie sie sonst nur bei professionellen, medizinischen Geräten zu finden sind. Der ganze Körper wird segmentweise mit Zweifrequenz-Reaktanz- bzw. Resistanztechnologie gemessen und detailliert analysiert. Arme, Beine und Rumpf werden separat gemessen. Veränderungen und individuelle Unterschiede bei den Messungen können jetzt mit medizinischer Genauigkeit analysiert werden. Besonders für Spitzensportler, Bodybuilder, gesundheits- und körperbewusste Menschen ist die Tanita RD-545 daher besonders geeignet.

Erfahrungen vom Test der Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage:
Die Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage unterscheidet sich zunächst optisch nur geringfügig von den anderen smarten Waagen, ist allerdings etwas weniger flach gebaut als andere Modelle. Der größte Unterschied besteht im abnehmbaren Handgriff der im oberen Bereich der Waage mit integriert wurde und der mit einem sich aufrollenden Kabel mit der Waage verbunden ist.

Vor der ersten Messung sollte man sich die kostenfreie My Tanita-App auf seinem Smartphone installieren. Diese kann man dann per Bluetooth mit der Waage verbinden. Eine neue Messung kann man entweder direkt über die Waage starten oder auch über die App. Beim Start über die App muss man allerdings immer wieder neue das Waagen-Modell aus einer Liste wählen, bevor es sich blitzschnell koppelt. Das sich die App dauerhaft daran erinnert, daß ich das Modell RD-545 verwende, habe ich nicht hinbekommen. Wie gesagt kostet dieser kleine Extra-Klick keine Sekunde, aber ist eben trotzdem unnötig. Hat man das getan, startet sich die Waage automatisch und man betritt die Waage.

Danach erfolgt zunächst ein ganz normaler Gewichtsmessungsvorgang bevor man über das Display, daß im Handteil der Waage eingebaut ist, aufgefordert wird das Handteil in die Hand zu nehmen. Jetzt werden nacheinander die verschiedenen Körperzonen vermessen und man wird über das Display jeweils über die aktuelle Messung informiert. Zusätzlich zeigen Leuchtelemente im Handteil und Fußteil der Waage an, wo gerade gemessen wird. So erkennt man, ob gerade beide Füße oder die gesamte linke Körperhälfte etc. gemessen wird – aber man liest ja eigentlich doch die ganze Zeit die Informationen auf dem Display mit.
Ein kompletter Wiegevorgang ist trotz der detaillierten Messungen und vielen Messpunkte recht schnell und dauert ungefähr 30 Sekunden. Am Ende der Messung werden auf dem Display des Handteils alle Ergebnisse eingeblendet, bevor man dann das Handteil wieder zurück in den vorgesehenen Platz im Fußteil legt. Das Kabel des Handteils rollt sich dabei automatisch ein – man benötigt aber ein wenig Geduld, da dieser Einrollvorgang in Zeitlupentempo stattfindet – eine Herausforderung für hyperaktive Menschen wie mich. Ich habe meist aber das Handteil schon wieder zurückgelegt, während noch die Ergebnisse auf dem Handteil eingeblendet werden, da die Auswertung viel schöner und informativer in der App dargestellt werden.

Datenerfassung und Analyse der Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage in der My Tanita App
In der App kann man sich die Messwerte einer Messung dann entweder in Listenform ganz schnell ansehen oder über einzelne Menükarten mit dem jeweiligen Diagramm für die Historie dieses Messwertes. Ein tolles kleines Feature bei der Listenansicht ist die Funktion, die Daten als kleinen Textblock per Whatsapp zu teilen. So kann man theoretisch sofort die aktuellen Daten an seinen Trainer senden. Es gibt auch die Möglichkeit es per Twitter und Facebook zu teilen, aber wahrscheinlich sind die wenigsten so stolz auf den Viszeralfettanteil und die weiteren Datenpunkte, daß unbedingt gleich die gesamte Freundesliste und Twitter-Gefolgschaft davon erfahren muss. Wobei ich vom Stoffwechselalter von Tanita auf etwa zehn Jahre unter meinem tatsächlichen Alter eingestuft werde. Das hört man doch gern!

Direkt nach dem Abschluss einer Messung gibt es eine tolle Übersichtsgrafik mit den verschiedenen Körperzonen im Detail mit einer zusätzlichen Ampelkennzeichnung, in welchem Zustand man sich jeweils befindet. So erkennt man beispielsweise die Unterschiede beim stärkeren Arm und stärkeren Bein, sofern man dieses Ungleichgewicht nicht durch gezieltes Training schon ausgeglichen hat. Leider lässt sich diese Grafik nach dem Beenden der Messung nicht mehr aufrufen, was ich ziemlich schade finde.

Nicht ganz optimal ist auch der Datenaustausch von Tanita geregelt. Eine direkte Kommunikation mit anderen Sportapps ist nicht vorgesehen, aber die Daten werden auf Wunsch von der My Tanita App an das Apple Health Kit des iPhone übergeben und können von dort beispielsweise automatisch von MyFitnessPal erkannt und ausgelesen werden. Es werden von My Tanita aber nur BMI, Gewicht und Körperfettanteil übergeben. Aber als Sportler ist man es ja gewohnt, mit mehreren Apps und Datensystemen parallel zu arbeiten.

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Fazit zum Test und den Erfahrungen mit der Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage
Mit einem stolzen Preis von 449,95€ hebt sich die Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage deutlich von anderen smarten Körperwaagen ab, die weitaus günstiger zu bekommen sind. Allerdings bekommt man bei der Tanita RD-545 auch absolute Profitechnik zu einem verhältnisweise günstigen Preis. Ein professionelles Tanita-Gerät, daß normaler Weise von Sportärzten bei einem ähnlichen Funktionsumfang verwendet wird, bekommt man für etwa 6.000€ und liegt damit um Welten außerhalb eines selbst für engagierte Freizeitsportler erreichbaren Budgets.

Die Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage sticht durch die genauen Datenpunkte und die präzise Erfassung der Konstitution des Sportlers hervor und lässt eine detaillierte Optimierung von Trainingsplänen und Ernährungsplänen zu. Dabei ist die Anwendung schnell und einfach möglich und die erfassten Datenpunkte werden über die My Tanita App und die Tanita-Website weiter erläutert, wo man ausführliche Erklärungen und Datentabellen findet – allerdings nur in englischer Sprache.

Trotz kleiner Verbesserungsmöglichkeiten bei der App und dem Datenaustausch, ermöglicht die Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage zu einem vergleichsweise überschaubaren Preis eine extrem professionelle Analyse und eröffnet Amateuren damit die Möglichkeit mit Profimethoden zu arbeiten. Weitere Informationen zum Gerät und allen Funktionen gibt es hier bei Tanita und bei Amazon findet man auch noch günstigere Tanita-Körperanalyse-Waagen – dann allerdings auch mit einem weniger üppigen Funktionsumfang.

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Kommentare
3 Antworten zu “Tanita RD-545 Segment-Körperanalysewaage. Profi-Equipment im Test für Heimanwender”
  1. Enni sagt:

    Hallo Daniel,

    schöner Artikel! :) Danke dafür, denn allzu viel findet man derzeit ja noch nicht über dieses neue, coole Gerät. Ich habe die Waage auch und bin sehr zufrieden. Als Zahlenmensch freue ich mich über jeden Wert, den ich bekommen kann. :lach:

    Mit der App habe ich haargenau dieselben Erfahrungen gemacht wie du. Es ist echt teilweise nervig, bis es endlich ans Wiegen geht. :seufz: Das sollte definitiv verbessert werden! Wenn das Ergebnis aber vorliegt, erhält man tatsächlich eine super Übersicht über alles. Ich arbeite zusätzlich noch mit einer Exceltabelle (nenn mich Gräfin Zahl :kicher:)), aber nötig wäre es sicher nicht.

    Was ich gerne fragen wollte, da du ja ein Experte in Sachen Sport, Fitness etc. bist: Wie schätzt du die Werte hinsichtlich Fett, Wasser und Co. ein? Sind sie realistisch? Wir wissen ja, dass es sich dabei nicht wirklich um eine Messung im üblichen Sinn handelt, sondern um eine komplexe Kalkulation basierend auf dem Stromwiderstand sowie der gemachten persönlichen Angaben. Ich hatte vorher die BC-545 classic von Tanita und nie die Gelegenheit, einen Referenzwert von einem Mediziner o. Ä. einzuholen. Deshalb die Frage.

    Natürlich ist die RD-545 aufgrund der höheren Anzahl der Sensoren besser in der Lage, vernünftige Werte zu liefern. Allerdings muss man sagen, dass bei wiederholtem Wiegen innerhalb kürzester Zeit (~ 5 Minuten) Abweichungen von 2 – 5 % nicht selten sind.

    Versteh mich nicht falsch: Für mich persönlich ist das nicht ganz so gravierend, da letztlich die Tendenz der entscheidende Faktor ist. (Dass mein Körperfettanteil zu hoch ist, lässt sich schließlich mit bloßem Auge erkennen, dafür bräuchte ich keine Analysewaage. ;))). Aber die Kundengruppe, die angesprochen werden soll und die bereit ist, die 450 € zu investieren, sieht es eventuell etwas anders. Na ja … und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mich schon interessieren würde, ob ich nun 50 % Fettanteil habe oder „nur“ 30 %. Glaube, du verstehst, was ich meine.

    Also … rein vom Gefühl würde ich sagen, du siehst die Auswertung der RD-545 als realistisch an. Hab ich recht? Hattest du außer dem Aspria-Pro Check schon andere „Untersuchungen“ (vielleicht sogar die DXA (DEXA)-Methode), die dir möglichst exakte Zahlen lieferten?

    Sorry, für den Aufsatz. Musste aber jetzt mal sein, da es das einzige ist, was ich nach wie vor ein wenig skeptisch bei dieser ansonsten arg tollen Waage betrachte.

    Danke schon mal und viele Grüße aus Rhein-Main! Enni

  2. Daniel sagt:

    Hi Enni, erstmal Danke für das Lob zum Artikel. Du hast es in Deiner Frage eigentlich schon gut getroffen. Auch diese Waage wird eine gewisse Toleranz haben und es wird schon einen Grund haben, warum die Tanita-Waagen, die im Aspria oder beim Arzt stehen, mehr als das Zehnfache kosten. Was ich an der Waage wichtig finde, ist die Messung in Zonen. Bei Männern sitzt ja das gefährliche Fett in der Körpermitte und daher ist es eben wichtig nicht nur einen Durchschnittswert zu haben, sondern speziell die Werte für die einzelnen Körperbereiche. Es ist für den Körper auch sehr wichtig in Balance zu sein, d.h. Muskelmasse und Fett sollten in beiden Beinen gleich sein und in den Armen. Sonst gibt es Haltungssschäden oder Probleme im Rücken oder Hüfte – jedenfalls früher oder später. Wichtig ist, sich immer zur gleichen Zeit zu wiegen zu gleichen Bedingungen, z.B. Immer nüchtern morgens nach dem Toilettengang. Eventuell kannst Du auch mit einem Caliper arbeiten. Da findest Du auch Artikel dazu in meinem Blog. Ich hoffe, ich könnte Dir etwas weiterhelfen. LG, Daniel

  3. Enni sagt:

    Danke für deine Antwort, Daniel! Ich stimme dir in allem grundsätzlich zu.Cool, oder?!! ;)

    Ich würde nur einmal zu gern wissen, wie die ausgegebenen Werte zu interpretieren sind. Ist der „echte“ Fettwert beispielsweise 10 % niedriger/höher? Oder stimmt er sogar halbwegs überein?? Rein von meiner eigenen Einschätzung könnte er wohl ungefähr hinkommen. Aber schätzen ist nicht wissen! :kicher: Es wird mir also nichts übrig bleiben, als mal die Uniklinik aufzusuchen bzw. anzumailen. Caliper machen sie dort auf jeden Fall, aber ich würde lieber eine DXA-Messung vornehmen lassen. Mal sehen … irgendwie kriege ich das schon hin!

    Wünsch dir noch viel Spaß beim Sporteln und weiterhin viel Erfolg mit deiner Website!

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