Trillerpfeifen. Die Geschichte der Pfeife aus Metall für Schiedsrichter

„Das ist vielleicht eine Pfeife!“ Für den passionierten und immer mitfiebernden Fußballfan ist diese flapsige Bemerkung ein Ausdruck höchsten Missfallens der Schiedsrichterleistung. Alle anderen reden nur von diesem schneckenförmigen, handlichen Gerät, das akustische Signale von sich gibt.

„Pfiffiges“ Hilfsmittel im Einsatz: Die Trillerpfeife in Aktion
Dieses „Dingsda“ aus Kunststoff, Messing oder Holz, im Fachjargon Trillerpfeife genannt, ist unüberhörbar. Der schrille Ton schreckt die Menschen noch in einer Reichweite von 1,5 km auf.
Aber genau das ist schließlich auch der Sinn und Zweck dieser Pfeife. In bestimmten Situationen ist es einfach erforderlich, die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Man denke nur einmal:

  • An den Bahnverkehr. Ohne den Einsatz einer Trillerpfeife könnte der Schaffner nur schwer in so kurzer Zeit den Fahrgästen signalisieren, dass nun die Abfahrt des Zuges bevorsteht
  • An die Polizei. Funkgeräte waren früher noch graue Theorie. Wer hätte da wie Alarm schlagen sollen, geschweige denn Verstärkung rufen oder sich in größerer Entfernung mit Kollegen verständigen sollen, wenn diese „mobile Alarmanlage“ nicht gewesen wäre
  • An die Erziehung von Hunden/Tieren: gäbe es da nicht spezielle Pfeifen, die so hohe Töne erzeugen, das sie nur Hunde hören können. Die Monotonie solcher Pfeiftöne wirkt Wunder beim Verhalten des Hundes, der ansonsten sehr sensibel auf kleinste Stimmverzerrungen reagiert
  • An die Jagd. Spezialpfeifen sind in der Lage, Tierstimmen bzw. Balzrufe zu imitieren. Sie erleichtern dadurch die Beutejagd
  • An Demonstrationen. Wer eine Botschaft an wichtige Funktionäre in Wirtschaft oder Politik hat will gehört werden. Das geht hervorragend mit einer Trillerpfeife.
  • An den Sport. Ohne klare und schnell verständliche Anweisungen eines Schiedsrichters läuft ein Spiel schnell mal aus dem Ruder. Besonders bei der Geräuschkulisse eines Stadions.
    an die Musik: im Zusammenspiel mit Musclas Rasseln sind sie beim brasilianischen Samba Rhythmusgeber

„Pfiffige“ Idee eines Werkzeugmachers
Wie das gehen soll wollten sie damals schon wissen. Ausgerechnet so ein kleines Teil sollte die Verbrechensbekämpfung revolutionieren. Solch eine Trillerpfeife sollte mit ihren schrägen Tönen die Kommunikation der Beamten untereinander enorm verbessern? Die Londoner Polizei war Anfang der 188ßer Jahre skeptisch, als der Werkzeugmacher Joseph Hudson aus Birmingham ihnen seine Trillerpfeife vorstellte.
Eigentlich hatte die Londoner Polizei ja nur nach einer Möglichkeit gesucht die Aufmerksamkeit von Bürgern und anderen Einsatzkräften im Streifendienst zu erregen.
Nur aus diesem Anlass rief sie einen Wettbewerb aus. Denn die bis dato verwendeten Rasseln waren unpraktisch und erfüllten längst nicht mehr ihren Zweck.
Joseph Hudson tüftelte und tüftelte. Doch der Geistesblitz kam erst, als der begeisterte Hobby-Violinist seine Violine versehentlich auf den Boden fallen ließ. Das Geräusch inspirierte ihn schließlich zum Bau einer Trillerpfeife.

Jetzt gibt die Pfeife den Ton an
Im Prinzip ist das was Hudson vor über 130 Jahren da erfunden hat schon ein geniales Konstrukt. Man nehme ein schneckenförmiges Gehäuse, positioniere eine erbsengroße Kugel im Inneren, puste ins Mundstück hinein und vertraue auf die Gesetze der Physik. Denn die besagen, dass ein Luftstrom, der über eine Kante hinwegfegt, verwirbelt und rotiert.
Dieser Luftstoß bewegt die Kugel und dadurch verändert sich die Frequenz des Tons.
Die Vorführung ist gelungen. Mit einem Großauftrag von 7000 Stück durfte Hudson gleich mit seiner Erfindung in Serienproduktion gehen. Und noch heute sind diese klassischen Pfeifen hier https://www.acme-pfeifen.de/trillerpfeifen/ bei ACME zu finden und für jeden traditionsbewussten Fußballer ein Muss.

Ein Taschentuch für eine Pfeife
Dabei blieb es natürlich erwartungsgemäß nicht. Denn die Trillerpfeife blieb auch in anderen Gesellschaftschichten, außerhalb der Polizei, nicht unbemerkt.
1884 entdeckten die Neuseeländer am anderen Ende der Welt die Pfeife erstmals im Rugby Sport für sich.
Klare, akustische Anweisungen geben, Spiele anpfeifen, unterbrechen oder beenden. Fouls unmittelbar, nachdem sie begangen wurden, bestrafen. Das sollte die neue Leitlinie im Sport ab diesem Zeitpunkt darstellen. Und welche Ballsportart war dazu besser geeignet als Fußball.
Im Mutterland des Fußballs in England wedelten die Schiedsrichter seinerzeit noch mit Taschentüchern, um den Spielern ihre Anweisungen zu geben. Kein sehr zuverlässiges Verfahren um ein faires Spiel zu gestalten. Die Trillerpfeife war die Rettung. Im Jahr 1885 kam sie beim FC Nottingham zum ersten Mal in einem Fußballspiel zum Einsatz.

Trillerpfeife heute
Heutzutage ist eine Trillerpfeife weder aus dem Fußball noch aus anderen Bereichen mehr wegzudenken. Und Trillerpfeife ist schließlich auch nicht gleich Trillerpfeife. Für den Käufer gibt es nicht nur jede Menge nützliches Zubehör, wie z.B. Befestigungsbänder, damit das handliche Accessoire nicht verloren geht oder Fingerbügel, damit man die Pfeife besser halten kann.
Er kann auch mithilfe der Blowrate, also wie schwer oder leicht es ist, die Pfeife zu blasen, dem Blowsound, welche unterschiedlichen Lautstärkemodi vorhanden sind, und dem Blowton, wie oft der Ton beim Hineinblasen abgegeben wird, die perfekt zugeschnittene Pfeife für seinen Zweck finden.

 

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