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UltraBOOST 19 Test: Erfahrungen und 5 Gründe für das neue Modell des adidas Ultra Boost 2019

Fotos: adidas UltraBOOST 19

Ich erinnere mich noch genau. Es war ein kalter Februartag im Winter 2015 als adidas zur Premiere eines revolutionären, neuen Laufschuhs eingeladen hatte. Und wie immer hatte mich eine gewisse Skepsis begleitet, denn als Laufblogger erreichen mich eigentlich täglich Ankündigungen von Laufrevolutionen, die sich dann leider häufig als Mumpitz entpuppen. Anders beim UltraBoost, der natürlich mit der Boost-Sohle eine ganz neue Ära der Dämpfungstechnologie einleitete, aber auch mit der simplen Schuhkonstruktion, der cleveren Fersenkappe und dem Obermaterial, quasi als Vorreiter einer neuen Laufschuhepoche gesehen werden kann. Denn einen ähnlichen Weg gingen danach auch viele andere Marken.

Nach diversen kleineren Updates und Modellvarianten, wie dem Uncaged UltraBOOST oder dem knöchelhohen UltraBOOST All Terrain, ist der UltraBOOST dem Ur-Modell aber weiterhin relativ ähnlich geblieben. Nun hat adidas sich den UltraBOOST aber mal zur Brust genommen und ihn im Rahmen der REBOOSTED-Initiative komplett zerlegt und mit dem Feedback aus der Läufercommunity wieder komplett neu aufgebaut. Herausgekommen ist der adidas UltraBOOST 19, der in dieser Woche offiziell bei einem Event im RunnersPoint gelauncht wurde und den ich nun auch schon einige Tage gelaufen bin.

Für Eilige: 5 Gründe für den neuen adidas UltraBOOST 2019
– Dünneres, luftigeres Obermaterial mit reduzierter Polsterung
– Optimierter, vergrößererter Cage mit mehr Komfort und deutlich mehr Seitenstabilität
– 20% mehr BOOST in der Mittelsohle, bei direkterem, festeren Auftritt und Abdruck
– Optimiertes Torsion-System für geradlinigere Abrollbewegung und Vorwärts-Ausrichtung
– Dickere Contintental-Sohle für noch mehr Grip und längere Lebensdauer

adidas UltraBOOST 19 – Vergleich und Unterschiede zum Vorgängermodell
Eine der ersten Besonderheiten am neuen Modell des UltraBOOST 19 ist die Vereinfachung der Schuhkonstruktion, die von 17 Teilen auf nur 4 Komponenten reduziert wurde. Das ist einerseits umweltfreundlicher weil weniger Verschnittabfall beim Herstellen der Komponenten anfällt, aber auch für uns Läufer bringt das Vorteile. Denn die einzelnen Komponenten müssen ja miteinander verbunden werden, meist durch Nähte oder Kleber. Und das sind ja meist die Stellen an denen Probleme mit dem Komfort, Performance oder der Langlebigkeit auftreten können. Grundsätzlich bedeuten weniger Komponenten also weniger Risiko für jedwelche Probleme.

Das Primeknit 360 Obermaterial ist im Vergleich zum Ur-Boost deutlich filigraner gearbeitet, hat weniger Volumen und ist dadurch noch atmungsaktiver. Gleichzeitig bietet eine neue Webart in den Bereichen des seitlichen Vorderfußes mehr Stabilität, da das Material weniger flexibel ist. Außerdem wurde die Polsterung auf dem Spann entfernt und auch an der Ferse und im Knöchelbereich deutlich verschlankt. Das Tragegefühl ist dadurch deutlich leichter und luftiger, obwohl keine Verschlechterung im Tragekomfort spürbar ist.

Besonders gut gefällt mir aber der neue Cage. Der Seitenkäfig, der ja in der Vergangenheit aus ziemlich stabilem Gummimaterial in Dreistreifen-Form bestand, wurde nun in eine deutlich flacherere und flexiblere Gummiplatte mit Textilinnenleben werwandelt, die auch eine größere Breite im Mittelfußbereich abdeckt. Dadurch wird die Stabilität im UltraBOOST 19 deutlich verbessert. Besonders in der Innenrichtung ist der Unterschied durch den neuen Cage riesig. Wer also zur Überpronation neigt, beim Laufen also nach innen wegknickt, wird mit dem neuen UltraBOOST 19 einen ganz neuen Schuh kennenlernen.

Auch die Fersenkappe wurde beim neuen UltraBOOST 19, neu konzipiert. Die Fersenkappe offen zu gestalten, war schon beim Ur-Boost eine smarte Idee, da man die nötige Stabilisierung und den gewünschten Halt erreicht, aber eine klassische Reibungszone von Laufschuhen an der Achillesferse entschärft und dem Bewegungsapparat mehr natürlichen Spielraum lässt. Beim UltraBOOST 19 kann man den Entwicklern nur gratulieren. Denn obwohl die neue, extrem reduzierte Fersenstütze super minimal aussieht und wirklich nur noch ein kleiner Balken-Käfig ist, sind keine Unterschiede bei den Stützeigenschaften zu spüren. Neben der Materialersparnis und der cooleren Optik, haben der Hacken und die Achillessehne jetzt noch mehr Platz, um reibungsfrei zu arbeiten.

Aber kommen wir zum Wichtigsten: Die Sohlen. Schon beim Einsteigen merkt man, daß der UltraBOOST 19 seine DNA deutlich in Richtung Laufschuh verändert hat. Auch hier wurde deutlich in Richtung Performance optimiert und 20% mehr Boost-Material in der Mittelsohle verwendet und auch das Torsion-System wurde verlängert. Bevor jetzt aber jemand denkt, daß mehr Boost ein noch schwammigeres Laufgefühl bedeuten – Moment! Denn der neue Sohlenaufbau fühlt sich deutlich kompakter an. Man sinkt deutlich weniger in das Boost-Material ein und hat ein deutlich festeres, stabileres Gefühl im Schuh. Ich habe auch das Gefühl, daß man etwas höher im Schuh steht, obwohl der Schuh insgesamt nicht höher geworden ist. Gleichzeitig scheint das Fußbett nicht nur stabiler geworden zu sein, sondern auch etwas seitlich erhöht, sodass auch aus dieser Komponente zusätzlicher Seitenhalt gewonnen wird. Auf den kleinen stabilisierenden Keil, der bisher im Boost-Material unter dem innenliegendem Hacken verbaut wurde, konnte nun verzichtet werden.
Für die Außensohle gibt es auch beim UltraBOOST 19 wieder besten Grip von Continental, der nun aber ein paar Milimeter dicker ist und sich daher nicht so schnell ablaufen wird, wie bei den älteren Modellen.

Das Gewicht des UltraBOOST 19 liegt bei 310 Gramm und damit nur ein Gramm höher als beim Vorgängermodell. Natürlich wäre eine Gewichtsreduzierung toll gewesen, aber schaut man genauer hin, so wurde durch die Optimierung der Konstruktion so viel Gewicht gespart, daß man 20% mehr dämpfendes Boost-Material verwenden konnte, ohne das sich das Gewicht erhöht hat.

Meine Erfahrungen aus dem Test des UltraBOOST 19
Ich bin wirklich überrascht, wie deutlich sich adidas entschieden hat, auf das Feedback aus der Laufcommunity einzugehen und den Schuh weiter für Läufer zu verbessern. Ich bin bisher auch mit dem Ur-Boost gut zurechtgekommen und ihn viel für lange Trainingsläufe gelaufen. Wahrscheinlich habe ich als gut trainierter Läufer aber auch eine höhere Grundstabilität und daher übernimmt mein Körper dann unbemerkt die Stabilisierung, dort wo der Schuh zu viel Spiel lässt. Jedenfalls waren ein schwammiges Laufgefühl und eine nicht ausreichende Stabilität im Schuh die bisher größten Kritikpunkte am UltraBOOST.
Beides hat adidas mit dem UltraBOOST 19 nun konsequenz verbessert und einen Schuh geschaffen, der eben nicht mehr ein Laufgefühl “in alle Richtungen” zulässt, sondern ganz klar nach vorn ausgerichtet ist.

Die Sohle fühlt sich deutlich direkter und fester an und obwohl man weiterhin die erstklassige Dämpfung des Boost-Materials erfährt, sinkt man weniger in die Sohle ein und hat eine schnellere, kaftvollere Energierückgabe und einen besseren Abdruck in den nächsten Schritt. Durch das optimierte Torsion-Element und vor allem durch den neuen Cage, wird die Laufbewegung geradlinig nach vorn gerichtet, was auch schwereren Läufern und Pronierern/Überpronierern zugute kommen wird.


Aufgrund der neuen Sohleneigenschaften wird der UltraBOOST 19 zwar direkter und energetischer, aber man verliert auch etwas an Bodengefühl. Während ich beim Ur-Boost noch das Gefühl hatte, etwas vom Untergrund zu spüren, nimmt die neue Sohle leider etwas von diesem Gefühl weg. Aber das ist wohl einer der Kompromisse, den man zugunsten der neuen Performance machen musste.

Die Continental Außensohle bleibt gewohnt auf hohem Niveau und bei unserem ersten Testlauf über die regennassen Straßen Berlins waren wir wieder einmal überrascht, wie der Schuh am Asphalt klebt. Das die Sohlendicke nun erhöht wurde, ist auch ein schönes Detail, daß den Schuh noch langlebiger machen wird.

Das neue Obermaterial wird den neuen UltraBOOST 2019 deutlich luftiger und wohl im Sommer noch angenehmer machen. Als Sneaker verliert der neue UltraBOOST ein wenig, da ich genau das ungezwungene Gefühl, daß viele Läufer gestört hat, in der Freizeit und im Büro immer geschätzt habe. Der nun mehr auf Performance getrimmte UltraBOOST 19 hat einiges an dieser Freiheit verloren. Das gut ist aber, daß es die älteren Modelle des UltraBOOST nun für richtig gute Preise im handelt gibt und man sich als Sneakerlover erstmal schön eindecken kann.

Fazit zum adidas UltraBOOST 19 Laufschuhtest
Der UltraBOOST 19 hat viele Kritikpunkte der Läufer abgestellt und kommt nun deutlich direkter und stabiler daher und wird somit dem SolarBOOST etwas ähnlicher. Durch die erhöhte Stabilität, bei optimierten Dämpfungseigenschaften können nun auch Läufer mit dem UltraBOOST laufen, die vorher damit Probleme hatten. Für eingefleischte UltraBOOST-Fans gibt es nun aber auch mehr Performance beim weiterhin luftigen UltraBOOST-Gefühl.
Der UltraBOOST 19 unterscheidet sich wirklich deutlich von den Vorgängermodellen, daher sollte man sich als Läufer unbedingt selbst bei einem Testlauf davon überzeugen, wie sich der UltraBOOST weiterentwickelt hat.

adidas UltraBOOST 19 im Preisvergleich
Der offizielle Preis für den neuen UltraBOOST 19 liegt bei 179,95€, aber es wird sicherlich nicht lange dauern, bis die ersten Händler mit Sonderrabatten und Aktionen auf den neuen adidas Laufschuh aufmerksam machen. Daher habt Ihr hier im Preisvergleich immer die aktuellen Angebote und Deals für den UltraBOOST 19 im Blick:

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