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Knieschmerzen beim Laufen? Ursachen, Behandlung & Vorsorge beim Läuferknie

Fotos: Läuferknie | px


Das sogenannte “Läuferknie” zählt zu den sehr häufig auftretenden Beschwerden unter Laufsportlern. Besonders diejenigen unter Euch, die regelmäßig joggen gehen, ambitioniert im Lauftraining stehen oder sogar Leistungssport betreiben, werden wahrscheinlich bereits Erfahrungen mit diesem Phänomen gemacht haben.
In diesem Beitrag möchten wir uns daher genauer mit dem Phänomen der Knieschmerzen beim Laufen beschäftigen. Hierfür möchten wir Euch die häufigsten möglichen Ursachen erläutern und die Symptome eines Läuferknies genauer beleuchten.
Außerdem möchten wir euch die besten und effektivsten Behandlungsmethode vorstellen und Euch einige Tipps zur Vorsorge und aktiven Vorbeugung mit auf den Weg geben.

Läuferknie – was ist das überhaupt?
Das Läuferknie ist auch unter dem Begriff llio-tibales Bandsyndrom oder Tractussyndrom bekannt. Es handelt sich hierbei um starke, stechende Schmerzen, die im Bereich des Kniegelenks oder auch an der Außenseite des Knies auftreten können. Die Schmerzen können dabei von verschiedenen Punkten des Kniegelenks ausgehen. Hierunter fallen beispielsweise Muskel, Sehnen, Kapseln oder auch die Gelenkknorpel selbst.
Die Schmerzen treten meist verstärkt bei Belastung des Knies auf. Sportliche Aktivitäten, simples Treppensteigen oder anderweitige Belastung des Kniegelenks sind oftmals kaum
noch schmerzfrei möglich. Da man eben häufig auch Schmerzen beim Joggen spürt, wurde das Phänomen auf den Namen Läuferknie getauft.

Häufige Ursachen für das Läuferknie
Grundsätzlich kann ein Läuferknie und die damit einhergehenden Beschwerden bei jedem Menschen auftreten. Hierzu ist es nicht unbedingt notwendig, daß der Betroffene Leistungssportler oder besonders schneller Läufer ist. Eine starke Belastung des Kniegelenks ist für die entstehenden Symptome und Schmerzen völlig ausreichend. Dennoch gibt es bestimmte Ursachen, die eine Entstehung befürworten können.

Die häufigste Ursache sind Reizzustände im Bereich der Faszien. Die Faszien befinden sich im Inneren des Bindegewebes und zählen zu den Weichteilkomponenten. Sie umschließen die Muskeln und stützen diese aktiv. Faszien sorgen im Grunde genommen dafür, dass alle Sehnen und Muskeln an ihrem Platz bleiben. Sie bilden eine Art Netzwerk. Gleichzeitig spielen die Faszien eine entscheidende Rolle bei der Gesamtbeweglichkeit unserer Gelenke.

Kommt es nun zu einer Überbeanspruchung des Kniegelenks, beispielsweise durch häufiges Strecken oder Beugen, reagieren die Faszien gereizt. Die Faszienstreifen reiben an den jeweiligen Gelenkvorwölbung. Dieses Reiben entsteht bei jeder Bewegung und führt auf diese Weise nicht nur zu einem unangenehmen Schmerz, sondern kann gleichzeitig Entzündungen nach sich ziehen. Die ständige Reibung am Knochen schädigt das umliegende Gewebe, das somit zu Entzündungen neigt. Auch die Knochenhaut kann durch die Reibung betroffen sein und Schäden davon tragen.

Typische Symptome beim Läuferknie
Das wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Symptom eines Läuferknies sind die stechenden Schmerzen am äußeren oder direkten im Kniegelenk. Die Stärke der Schmerzen kann hierbei ganz unterschiedlich ausfallen. Dies hängt unmittelbar mit dem Schmerzempfinden eines Einzelnen zusammen, das bekanntlich stark variiert. Auch können sich die Schmerzen bei jedem Betroffenen etwas anders anfühlen. Die Schmerzen sind somit überaus individuell und können nicht ohne weiteres verallgemeinert werden. Je nach Empfindung des Schmerzes kann dieser etwaige Beeinträchtigungen im Alltag mit sich bringen.

Einige Betroffene sind lediglich nicht mehr in der Lage Sport zu treiben oder das Bein stark zu belasten, anderen hingegen bereitet schon das bloße Gehen oder Auftreten Schwierigkeiten. Zudem ist ein Ablegen der Kniescheibe, wie es zum Beispiel beim Hinknien der Fall wäre, aufgrund der Schmerzen in der Regel nicht möglich. Auch ist das gesamte Knie äußerst druckempfindlich. Bloße Berührungen können bereits für ein ungutes Gefühl sorgen.

Ein weiteres häufiges Symptom eines Läuferknies sind akustisch wahrnehmbare Geräusche aus dem Inneren des Gelenks, die sich meist in Form von Knistern oder Reiben äußern und deutlich zu hören sind.

Wirkungsvolle Behandlungsmethoden und Therapien beim Läuferknie
Die Beschwerden, die mit einem Läuferknie einhergehen, treten meist sehr plötzlich auf. Überwiegend berichten Betroffene von diesen Beschwerden unmittelbar nach oder während sportlicher Betätigung – also direkt beim Joggen oder direkt danach. In dem Moment, in dem das Knie belastet wird, setzen die Schmerzen meist ein.

Der erste Schritt um die Schmerzen zu beenden ist stets ein Ruhigstellen des Kniegelenks. Ihr solltet also jegliche Belastung unverzüglich einstellen und das Bein in einer entspannenden Position lagern. In vielen Fällen verschwinden die Schmerzen genauso schnell wieder, wie sie einst aufgetreten sind. Nach einer Entlastung des Knies und einer kurzen Ruhepause ist meist alles wieder beim Alten. Das Läuferknie heilt somit bestenfalls von ganz allein.

Für den Fall, dass die Schmerzen jedoch länger anhalten und euch im Alltag sogar behindern könnten, ist es ratsam einen Arzt, speziell einen Gelenkexperten aufzusuchen. In härteren Fällen verschreiben die Ärzte euch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente. Besonders Salben und Cremes werden hierbei gern gewählt.

Härtefälle treten häufig dann ein, wenn der Betroffene die ersten Warnzeichen des Körpers ignoriert und das Knie dennoch weiterhin hohen Belastungen ausgesetzt haben. Auf diese Weise kann sich ein relativ harmloses Läuferknie schnell zu einer schwerwiegenden Entzündung entwickeln. Dann bedarf es etwas intensiverer Pflege, ein simples Hochlagern ist nicht mehr ausreichend.

Der beste Weg, um ein Läuferknie effektiv behandeln zu können, ist die Anwendung verschiedener Dehn- und Massagetechniken. Eine beliebte Variante zur Behandlung ist das Trainieren mit einer Faszienrolle. Diese können in verschiedenen Härtegraden erworben werden. Die Faszienrolle ist ein Trainingsinstrument, das Verspannungen und Blockaden in den Gelenken lösen kann. Bestenfalls sollte die Faszienrolle täglich einige Minuten lang genutzt werden. Dieser hilfreiche Ratgeber zeigt hierfür vielfältige Übungen.

Meist zeigen sich bereits nach den ersten 2-3 Tagen Besserungen. Wenn ihr ein noch besseres und schnelleres Heilungsergebnis erzielen wollt, könnt ihr gleichzeitig mit einem Massageball arbeiten. Auch dieser ist in unterschiedlichen Härtegraden erhältlich und eignet sich besonders gut, um Verhärtungen und Verspannungen zu beseitigen.

Auch die korrekte Anbringung von Kinesiotapes im betroffenen Bereich kann wahre Wunder wirken. Durch den Druck des Tapes werden die Schmerzen nachhaltig gelindert und die Durchblutung angeregt. Zugleich wird die Muskulatur stabilisiert und Verspannungen wirksam gelöst.  Das Kenesiotape reduziert auf diese Weise die Belastung im Gelenk.

Läuferknie vermeiden: Tipps zur effektiven Vorsorge
Damit ein Läuferknie gar nicht erst auftritt, möchten wir euch abschließend noch einige Tipps benennen, die der Entstehung der vorgenannten Beschwerden aktiv entgegenwirken sollen.

  • Verwendung von Kinesiotape bei sportlicher Betätigung
  • Bei hoher Belastung eine Kniebandage anlegen, die die Belastung auf das Gelenk enorm reduziert und somit weniger Raum für Blockaden oder Reizungen bietet
  • Das Kniegelenk nach ausgiebiger Belastung stets schonen
  • Auf Anzeichen des Körpers Acht geben und ggf. Ruhepausen einlegen
  • Regelmäßiges Dehnen vor und nach dem Sport/ Laufen
  • Massagen durchführen, die die Muskulatur entspannen und die Durchblutung anregen können
  • Bei auftretenden Schmerzen unverzüglich pausieren um Entzündungen zu vermeiden

Einige Menschen sind bereits aufgrund der Stellung ihrer Beine oder der Länge ihrer Sehnen anfälliger für die Entstehung eines Läuferknies. Sollte dies bei euch der Fall sein, so bedeutet dies natürlich nicht, dass ihr keinen Sport treiben oder regelmäßig laufen gehen könnt.
Wichtig ist jedoch, dass ihr die oben genannten Vorsorge-Tipps beherzigt und auf Euren Körper hört, wenn dieser euch Schmerz- oder Überlastungssignale sendet.

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