Huel Pulvernahrung: Meine Erfahrungen aus dem Test mit Huel Deutschland

Facebook-Werbung nervt! Jedenfalls wenn sie schlecht gemacht ist und mit unrelevanten Angeboten den Feed zumüllt. Im Fall von Huel hat mich das sofort interessiert, was ich dort gelesen habe. Eine vollwertige Mahlzeit in Pulverform? Und hitzige Diskussionen von Befürwortern und Leuten, die das Ende der Kochkultur herausbeschwören. Also nicht wie ran und sich selbst eine Meinung bilden. Und so habe ich mir einen kleinen Überblick über das Angebot von Huel verschaft und mir ein kleines Testpaket bei Huel Deutschland besorgt und teile nun meine Erfahrungen aus dem Huel test mit Euch. Doch fangen wir mal ganz vorn an.

Was ist Huel überhaupt?
Huel ist ein Mahlzeitersatz in Pulverform, der von Wissenschaftlern aus Haferflocken, Erbsenprotein, Leinsamen, Reisprotein, Vanillegeschmackspulver, MCT-Pulver aus der Kokosnuss, Sonnenblumen­lecithin und einer Vitamin- und Mineralstoffmischung so zusammengestellt wurde, daß er alle Proteine, Kohlenhydrate und Fettsäuren sowie mindestens 100% der von der EU empfohlenen Tagesmenge aller essentiellen Vitamine und Mineralstoffe enthält, die über die Nahrung aufgenommen werden sollten. Meine Mutter würde wahrscheinlich Astronautennahrung dazu sagen.

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Der Untergang der Kochkultur!
Natürlich geht nichts über eine ausgewogene, frisch zubereitete Mahlzeit und gern würde ich auch jedes Blatt meines Salates selbst vom Feld meines Biobauern zupfen, um nur die besten Blätter auf meinen Tisch zu bekommen. Danke, aber ich habe ein Leben. Willkommen in der Realität liebe Kritiker.
In meiner Realität muss ein fordernder Job, meine Familie, meine sportlichen Aktivitäten, das Bloggen und meine Hobbys irgendwie in 24 Stunden eines Tages passen und wenn ein paar Stunden Schlaf übrigbleiben hilft das auch. Also muss man priorisieren und auch Alternativen haben, wenn es mal schnell gehen muss. Daher muss man Huel als Mahlzeitersatz nicht mit einem selbstgekochtem Sonntagslunch vergleichen, sondern mit anderen schnellen Alternativen. Und da kommen wir schnell zu Currywurst mit Pommes, Burger, Müsli, Brötchen oder irgendwelchem Kram. Meine halbwegs gesunden Alternativen waren in der Vergangenheit Proteinshake oder Chiapudding, wenn ich die Zeit hatte die Samen etwas Quellen zu lassen. Bei mir ist das ersetzen meiner bisherigen Schnellnahrungsoptionen mit Huel also ein Fortschritt für mehr Gesundheit und Wohlbefinden.

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Huel Test Erfahrungen
Huel ist ein Pulver und kommt in den typischen Folienpackungen, die auch viele Anbieter für ihre Proteinshakes verwenden. Das Pulver ist aber etwas grobkörniger von der Optik und etwas dunkler durch die Leinsamen. Huel gibt es in zwei Varianten als normales Pulver mit Eigengeschmack also ganz clean ohne Geschmackszusätze und Zucker oder als Variante mit Vanillearoma. Für Allergiker gibt es beide Varianten inzwischen auch als glutenfreie Option für ein paar Cent mehr pro Mahlzeit. Zusätzlich kann man sich noch Huel Geschmacks­pulver mit natürlichem Aroma und Süßungsmitteln kaufen, um seine Mahlzeiten geschmacklich etwas zu tunen. Zur Auswahl stehen Mokka, Schokolade, Erdbeer, Banane und die funky Sorten Toffee Sahnebonbon, Ananas-Kokosnuss und Rhabarber-Dessertcreme. Was war da mit den Wissenschaftlern los?

Für meinen Test habe ich das Starterset verwendet, bei dem man gleich noch einen Shaker und ein T-Shirt dazu bekommt und so landeten Huel Original (Ohne Geschmackszusatz & Ungesüßt), Huel Vanille und die Geschmacks­pulver Mokka und Rhabarber-Dessertcreme in meiner Küche und wurden ausgiebig getestet.

Das Anrühren von Huel ist vergleichbar mit dem von Proteinshakes und funktioniert im Shaker super einfach. Zu beachten ist aber, daß man das Pulver klassischer Weise mit Wasser anrührt, denn der fertige Shake wird auch so ordentlich cremig. Verwendet man Milch, wird die Konsistenz sehr breiig und schon fast wie Pudding. Für die Dosierung gibt es einen kleinen Dosierlöffel dazu, mit dem man auch sehr praktisch seinen Ernährungsplan umsetzen kann und Huel entweder als Snack oder kompletten Mahlzeitersatz in die Ernährung einbauen. Ein Löffel sind dabei rund 150 Kcal und ich habe für den Mahlzeitersatz meist 3 Löffel für einen normalen Shaker verwendet. Im Shaker löst sich Huel problemlos auf und auch beim Anrühren in der Tasse hält sich das Klumpen in Grenzen, selbst wenn man die Anleitung nicht liest und erst das Pulver und dann das Wasser einfüllt.

Wie schmeckt Huel?
Kommen wir mal zum spannendsten Teil und der Antwort darauf, wie Astronautennahrung schmeckt. Das normale Huel ohne Geschmackspulver und ohne Zucker schmeckt angenehm mild und hat relativ wenig Eigengeschmack, was ich toll finde. Denn so kann man Huel als Ausgangsbasis für alle möglichen Geschmacksvarianten nehmen und ohne Ende variieren. Es erinnert ein wenig an den Geschmack von Haferflocken oder Müsli das zu lange in der Milch war. Die Konsistenz ist etwas cremiger als die von Proteinshakes, aber man merkt die kleinen Schrotstücke der Leinsamen beim Trinken. Es ist also auch ein bisschen Struktur vorhanden, was ich auch angenehm finde. Die Cremigkeit kann man durch die Wassermenge auch einfach ausbalancieren oder Milch nehmen, wenn man einen festeren Brei zum Löffeln bekommen möchte.

Huel Vanille ist ein toller Alltagsklassiker, weil das Aroma und die Süße sehr angenehm ausbalanciert ist. Es ist also keine „Immer rauf auf die Geschmacksknospen“ Aromainferno, wie man es von manchen Proteinshakes kennt, sondern eine fein abgestimmte Sache, die leicht süß und leicht vanillig schmeckt aber noch Spielraum für weitere Zutaten lässt. Wer also noch eine Banane druntermixen oder Früchte darüber streuen möchte, wird davon auch etwas schmecken. Huel Vanille erinnert mich in der klassischen Shakervariante geschmacklich ein wenig an aufgelösten Vollkornkeks und an meine Kindheit, die möglicherweise reich an Keksen war. Ich muss wohl mal meine Mutter fragen.

In the Mix – Wie schmeckt Huel mit Geschmacks­pulver?
Gleich vorweg. Auf die Idee mal Geschmackspulver in die Vanille-Variante zu mischen oder mir Pancakes, Kuchen und sonstige Instagram-Likegenrierenden Foodporn-Mahlzeiten zuzubereiten, bin ich leider nicht gekommen – wahrscheinlich weil ich ein Leben habe und im Alltag esse um satt zu werden und die Energie zu bekommen und nicht um schöne Fotos zu bekommen. Oder weil meine Blog-Beiträge zu lang sind – da hätte ich mir in der Zeit auch was kochen können.

Das Huel Geschmackspulver Rhabarber-Dessertcreme schmeckt auch so wie es sich anhört. Irgendwie sehr fruchtig und wie Nachtisch. Insgesamt ist das sehr angenehm, aber mein Hirn ist geschmacklich leider mit der Kombination aus Geschmack und Konsistenz überfodert. Rhabarber ist in meinem Hirn als kühle, erfrischende Rhabarberschorle und Rhabarberkuchen einprogrammiert. Das ist mein Rhabarberdessert jetzt trinken kann, ist jedenfalls nach den ersten Tests noch nichts für mich. Der Geschmack ist wirklich gut, aber wahrscheinlich wäre das eher eine Variante für ein echtes Huel-Dessert mit Milch angerührt oder die besagten Pancakes. Vielleicht kann ich ja ein paar Mädels überreden damit ein wenig zu experimentieren.

Das Mocca Geschmackspulver von Huel hingegen ist nicht ohne Grund besonders populär. Es schmeckt toll nach Schokolade und nach Espresso und löst bei mir die Assoziation an Schokopudding oder Schokocreme aus. Es ist halt eine Kopfsache mit den Geschmäckern. Mocca wäre daher meine Geschmacksvariante für das Frühstück, da allein der Kaffeegeschmack schon ein Gefühl von Aufstehen und Wach werden vermittelt. Die Vanille-Variante ist jedoch mein Dauerbrenner, der einfach zu jeder Tageszeit funktioniert.

Fazit der Huel Deutschland Test Erfahrungen
Ich bin überrascht, wie gut Huel funktioniert. Verglichen zu meinen anderen Mahlzeitersatzvarianten ist es deutlich gesünder und ich habe kein Mittagstief oder sonstiges und fühle mich wohl, wenn ich Huel „gegessen“ habe. Im Gegensatz zu Proteinpulver macht Huel durch die Ballaststoffe auch länger satt, so daß ich mit einem Shake am Morgen problemlos und ohne Hungergefühl bis zum Mittag komme. Obwohl es von den Zutaten möglich wäre, sich über längere Strecken von Huel zu ernähren, würde ich Huel immer nur als Zusatz oder Mahlzeitersatz in einer sonst ausgewogenen, frischen Ernährung sehen. Während meinem Test habe ich auch drei Mahlzeiten an einem Tag mit Huel ersetzt und nichts anderes gegessen und mich damit wohl und gut ernährt gefühlt und meine normalen Leistungen im Beruf und Sport erreicht. Aber wenn ich mir die Zeit nehmen kann, zu kochen oder mir einen Salat zu machen, würde ich frische möglichst unverarbeitete Zutaten immer vorziehen. Als schnelles Frühstück oder als Mahlzeitersatz im Büro habe ich sehr gute Erfahrungen mit Huel gemacht und werde jetzt meine Proteinpulver mit Huel ersetzen. Dann gibt es Proteinshakes nur noch an Tagen mit hoher Krafttrainingsbelastung und als Ersatz für reine Mahlzeiten kommt dann Huel zum Einsatz, daß einfach besser für diesen Zweck ausgerichtet ist und länger, gesünder sättigt.

Alle Infos zu Huel, den Inhaltsstoffen und die Bestellmöglichkeit findet Ihr bei Huel.

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Kommentare
8 Antworten zu “Huel Pulvernahrung: Meine Erfahrungen aus dem Test mit Huel Deutschland”
  1. Umut sagt:

    Finde ich schrecklich, aber mit dem Bio Bauern hast du mich verloren.
    Ich finde nicht, dass Shakes schlimm sind. Man kann vielleicht ein oder zwei Mal die Mahlzeiten weglassen in der Woche. Aber wenn mir einer kommt, dass er keine Zeit hat, sich in 15 min einen Salat zu machen ist auch jegliche Objektivität verloren.
    Vor dem Huel bist du anscheinend verhungert, weil du vor lauter Stress niemals was gegessen hast.

    Lächerlich

  2. Daniel sagt:

    Hi, eigentlich steht ja alles in meinem Beitrag. Bei mir waren die schnellen Alternativen eben meist ungesunde Fast-Food Produkte, weil den Salat von dem Du redest muss man auch erstmal haben. Ich habe zum Beispiel keinen in der Tasche, wenn ich unterwegs bin. Und gerade zum Frühstück und Mittag setze ich gern mal Huel ein und versuche mir dann Abends die Zeit für etwas gesundes Selbstgemachtes zu nehmen. Insgesamt hat sich meine Ernährung durch Huel in der Summe deutlich verbessert und auch Gewicht und Körperfettanteil.

  3. Martin Okon sagt:

    Ich habe zwei Geschmackszutaten probiert, ich glaub es war mocca und ananas cocosnuss. Ich fand die absolut scheusslich. mit einem wiederlichen küstlichen geschmack. Ich misch hül jetzt meist mit normalen kakaopulver, das macht das ganze recht schmackhaft.

  4. Daniel sagt:

    Echt? Also Rhabarber war merkwürdig, aber Mocca war eigentlich ganz lecker. Aber in Zukunft würde ich auch nur noch das ohne Geschmack nehmen und selbst tunen mit Früchten oder wie Du sagst mit Kakaopulver. Teilweise mische ich Huel auch mit Proteinpulver, um den Eiweissgehalt noch weiter zu erhöhen.

  5. Jacka sagt:

    Schöner Artikel, ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Allerdings finde ich den grundlegenden Geschmack jetzt nicht so prickelnd. Die Vanillevariante ist mir dazu noch zu süßstoff-süß. Huel lässt sich aber prima mit Obst oder Espresso aufpeppen. Ich als absoluter Frühstücksmuffel bekomme so zumindest etwas in den Magen. Es hält dazu wirklich gut satt und ist gut verdaulich. Der Preis ist jedoch schon happig. Mit Quark und Haferflocken kommt man da deutlich günstiger. Ich schaffe als Frau aber auch keine normale Huel Portion, sodass ich fast doppelt so viele Mahlzeiten raus bekomme. Das relativiert es dann wieder etwas.

  6. Daniel sagt:

    Hi, danke für das Feedback. Die Idee mit dem Espresso werde ich auch mal ausprobieren. Und ich rühre mir den Shake auch etwas dünner an, als vorgegeben oder mische dann noch Proteinpulver mit rein. Theoretisch kann man sich ja solch ein Pulver auch selbst mahlen, aber ich wüsste nicht, wo man sich Haferflocken etc. pulverisieren lassen kann.

  7. Michael sagt:

    Hi!

    Toller Beitrag, der auch meine Erfahrungen grob widerspiegelt.
    Habe HUEL jetzt seit auch etwa einem 3/4 Jahr im Einsatz und ersetze 0-2 Mahlzeiten pro Tag damit (ca. 2x Mittagessen, 2x Abendessen und 2x Frühstück pro Woche).
    Mein Problem war und ist, dass ich eigentlich keine Freude am Essen habe und so relativ häufig die in oder andere Mahlzeit ausgelassen habe und mein Körper darauf nicht sehr wohlwollend reagiert hat und die Fett-Depots eher auf- als abgebaut hat.

    Zu aller erst habe ich ebenfalls das gemischte Probepaket gekauft und habe gemeint, dass eine Mischung der beiden Pulver die ideale Lösung für mich ist. Das Vanille-Pulver ist mir für eine normale Mahlzeit einfach zu süß (da ich weitestgehend den Zucker aus meiner Ernährung heraus halte). Allerdings hat sich über die Monate herausgestellt, dass es für mich in Zukunft nur eine Option gibt: Ohne Geschmackszusatz & ungesüßt
    Mit dem Pulver kann man sehr viel mehr machen als mit Vanille – nicht nur mit den Geschmackspulvern (geht mit Vanille gar nicht da dann VIEL zu süß) sondern auch eigene Kreationen.
    Meine Geschmackspulver-Favoriten:
    – Matcha (relativ herb, wäre mit weniger Süßstoff noch besser, mein absoluter Mittags-Favorit)
    – Schokolade, Kakao, Mokka: alle ein ähnlicher Geschmack, wobei Schokolade wirklich so schmeckt, Kakao kann man selber mit Kakaopulver besser hin bekommen und Mokka ist ein wenig künstlich
    Ananas-Kokos ist das absolut Schlimmste, gefolgt von Erdbeer-Sahne-Bonbon – künstlicher geht es nicht mehr – das habe ich sofort wieder weg geschüttet!!!

    Ich bereite mir meine Mahlzeiten am liebsten vor dem Schlafengehen vor und stelle es in den Kühlschrank. So wird die Konsistenz homogener. Kalt (gekühlt) schmeckt es mir gleich noch besser als nur mit kaltem Wasser zubereitet. Nur im Shaker aufrühren ist mir zu wenig – da entstehen zu viele kleine Klümpchen. Mache ich also nur wenn ich unterwegs eine neue Portion ansetzen muss.
    Von früheren (sinnlosen und nur teuren) Experimenten mit Nahrungsergänzungsmitteln hatte ich noch eine ganze Ladung kleiner weißer Plastikdosen (Maß ca. Ø62 x 90 mm hoch) in die genau 124 g Pulver passen – also eine 500kcal-Portion, was irrsinnig praktisch ist, da ich so immer mehrere Portionen als Reserve im Büro lagern kann und gegebenenfalls auch in den Außendienst mitnehmen kann. Frisches Wasser in den Shaker messen, Pulver dazu, schütteln – fertig.

    Die (derzeit vergriffenen) HUEL Bars sind eine zugegebenerweise gewöhnungsbedürftige Ergänzung zum HUEL-Angebot. Sehr trocken zu Essen (also immer mit Beigetränk!), aber für unterwegs oder zwischendurch einfach ideal. Meistens mache ich nur 1-2 Bissen und stecke den Rest wieder ein für später.

    HUEL hat mein Leben auf jeden Fall positiv verändert!

  8. Daniel sagt:

    Hey Michael, achön zu lesen, daß Du auch gute Erfahrungen damit gemacht hast. Das mit den Geschmacksrichtungen bekommen die meisten Hersteller nicht richtig hin. Deswegen nehme ich auch meistens die natürliche Variante. Man kann das übrigens auch mit frischen Früchten oder Apfelmus pürieren und bekommt dann zum Beispiel mit echten Himbeeren auch eine natürliche Fruchtnote.

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