Wie ich Sport- und Laufblogger geworden bin

Als mich Lotta gefragt hat, ob ich bei ihrer Blogparade zu den Anfängen der Sportblogger mitmachen will, habe ich sofort zugesagt. Denn die Geschichte hinter meinem Blog habe ich bisher noch nie aufgeschrieben.

Wie ich der Sports-Insider geworden bin
Mein Bloggerleben begann schon Ende 2008, als das Bloggen gerade als neuer Trend aus den USA nach Deutschland kam. Damals waren die meisten Blogs eher politisch motiviert oder zumindest gesellschaftskritisch – Lifestyleblogs oder Influencer, wie wir sie heute kennen, waren damals noch recht selten. Ich bin generell ein sehr neugieriger und wissbegieriger Mensch, der gern Dinge ausprobiert und eigene Erfahrungen sammelt. Und so wollte ich mehr über dieses Bloggen wissen und habe mit dem Sports-Insider begonnnen, damals noch auf einer Bloggerplattform namens Typepad. Ich kann mich noch genau erinnern, wie verwundert ich war, als dann nach ein paar Artikeln tatsächlich echte Leser irgendwie den Weg auf meinen Blog fanden und sich tatsächlich das durchlasen, was ich dort schrieb und fleissig kommentierten. Ab diesem Moment hat mich das Bloggerfieber gepackt!

Die ersten Jahre als Sportblogger
In den ersten Jahren habe ich viel ausprobiert und auch einige Fehler gemacht, so wie das halt ist, wenn man herumprobiert. In diesen Anfangsjahren gab es auch noch keine „Wie fange ich mit dem Bloggen an“ – Ratgeber, so wie man sie heute zu hunderten im Netz findet. Und wenn, hätte ich sie auch damals schon nicht gelesen, weil ich selbst entdecken und lernen wollte.
Dadurch das mein Blog so alt ist, schleppe ich auch noch die gesamte Vergangenheit mit mir herum und habe teilweise Artikel mit furchtbaren Fotos online oder auch Beiträge zu Themen, über die ich heute eine andere Meinung habe, besonders bei vielen Artikeln zum Thema Ernährung.
Der wichtigste und größte Schritt war für mich, den Blog dann auf eine eigene Webseite umzuziehen, um unanhängig von Blogsoftwareanbietern und Blogplattformen zu sein. Schritt für Schritt kamen dann auch die sozialen Kanäle dazu, wobei ich in letzter Zeit hauptsächlich Instagram und Facebook nutze und nur selten bei Twitter oder Youtube aktiv bin.
Häufig bin ich aber auch bei Strava unterwegs, wo man sich als Läufer sehr gut mit der Laufcommunity vernetzen kann.

Warum treiben Fitnessblogger Sport?
Die Frage klingt ein wenig absurd, aber was motiviert eigentlich Sportblogger? Ich bin eigentlich schon mein ganzes Leben ziemlich aktiv und habe auch vor dem Bloggen schon viel ausprobiert. So habe ich längere Zeit Judo, Boxen, Krav Maga und sogar den Kegelsport praktiziert und hatte wie Viele auch eine klassische Fitnessstudiozeit, wo ich aber eher in die Kategorie Diskopumper gefallen bin. Also Training für die Strandfigur und um Mädels zu beeindrucken.
Heute trainiere ich nur noch Sportarten, mit denen ich etwas anfangen kann, also die meinem Wohlbefinden, der Beweglichkeit und meinem Alltag helfen und nicht nur gut sind, um durchtrainiert auszusehen.
Ich habe dann während meiner Krav Maga-Zeit auch Crossfit kennengelernt und war im Burpees Berlin am Start und auch unter den ersten, die bei Johannes Kwella im Spree Crossfit trainiert haben.
Aber schon jeher hatte ich eine Vorliebe für den Ausdauersport, die sich dann mit zunehmendem Alter immer mehr verfestigt hat. Ich liebe es einfach, draußen in der Natur zu sein, egal bei welchem Wetter. Mich dort frei bewegen zu können und die Elemente spüren zu können, erdet mich und gibt mir Kraft und Fokus für meinen Alltag. Deshalb trainiere ich aktuell hauptsächlich für den Laufsport, absolviere Marathons und Triathlons, weil ich auch das Rennradfahren sehr mag.

Hat sich mein Sportalltag durch das Bloggen verändert?
Ich in in sportlichen Fragen eigentlich stark selbstmotiviert, weil ich einfach Lust habe, mich zu bewegen und Dinge zu probieren und mich zu verbessern. Durch das Bloggen hat aber besonders meine Entdeckerseele viel Futter bekommen, da ich als inzwischen ziemlich erfolgreicher Blogger den Zugang zu ganz besonderen Erlebnissen und Möglichkeiten bekomme, den ein normaler Freizeitsportler so nicht hat. Ich kann erfolgreiche Sportler für Interviews treffen oder sogar mit ihnen trainieren. Ein Workout mit Gina Lückenkemper, Lauftraining mit Arne Gabius oder den Hahner-Twins, Klettern mit Andy Holzer oder Sprinttraining mit Lisa Mayer – das sind Momente, die mir als Sportler extrem viel bedeuten. Wenn man mit der Elite über Trainingsmethoden, Ernährung und den Sport fachsimpeln kann, gibt das einen gigantischen Motivationskick.

Als Sportblogger habe ich aber auch die Gelegenheit, neue Trainingsmethoden oder neues Equipment auszuprobieren, teilweise auch schon bevor es offiziell auf den Markt kommt. Faszientraining mit der Blackroll, Paleo-Ernährung, EMS-Training – das alles sind Dinge, die ich vielleicht ohne meinen Sportblog erst viel später kennengelernt hätte oder überhaupt nicht ausprobiert hätte. Und so hat sich mein Sportalltag durch das Bloggen hauptsächlich so verändert, daß ich ernsthafter und abwechslungsreicher trainiere und noch offener gegenüber neuen Konzepten bin, egal ob bei Training, Ernährung oder Equipment.

Wie sich das Sportbloggen verändert
In den letzten Jahren hat sich vieles an Aktivität zu Instagram verlagert, weil gerade die Kooperationspartner die schöne Hochglanzwelt bei Instagram sehr schätzen, um dort hübsche Menschen in Kombination mit schönen Sportprodukten zu platzieren. Deswegen haben viele der klassischen Sportblogger ein gespaltenes Verhältnis zu den neuen Sport-Influencern.
Einige boykottieren Instagram gleich komplett, aber für mich ist auch Instagram ein wichtiger Kanal, den ich vor allem als Trainingstagebuch benutze, um meine Follower über meine Trainingsmethoden, Trainingsinhalte, Fortschritte und Wettkämpfe auf dem Laufenden zu halten. Bei mir gibt es aber nur natürliche Fotos, die direkt in diesem Moment und ohne Nachbearbeitung entstanden sind. Ehrlich gesagt sind mit Sportprofile suspekt, in denen nie ein Tropfen Schweiß zu sehen ist, wo es nie den Scheißtag im Training gibt, oder mal den vergeigten Wettkampf. Ich versuche möglichst real zu bleiben. Und auch wenn es mehr Likes bringen würde, poste ich keine Proteinpancakes, Chiabowls oder andere Sachen, die ich garnicht gegessen habe.
Glaubt man den aktuellen Fachberichten in Marketingmagazinen, könnte es in nächster Zukunft eine Renaissance der Sportblogs geben, da sich eine Blogleserschaft eben nicht so schnell zusammenkaufen lässt, wie Youtube-Views oder Instagram-Likes und -Follower.
Es gibt viele tolle Channels bei Youtube und ich folge auch vielen großen und professionellen Instagram-Channels, aber viele davon werden leider mit der gesamten Branche in Miskredit gebracht, was zum Abflachen des Influencer-Hypes führen könnte.

Wie es sich auch immer entwickelt, werde ich weiter mein Ding durchziehen. Denn für mich geht es um die besonderen Momente, das Entdecken, die Gelegenheiten und das Einreissen eigener Leistungsgrenzen. Ich frage mich daher oft: „Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan?“.
Wenn ich keine gute Antwort habe, gehe ich raus und probiere etwas Neues!

Alle Beiträge zur Bloggerparade könnt Ihr hier bei TriItFit nachlesen.

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Kommentare
9 Antworten zu “Wie ich Sport- und Laufblogger geworden bin”
  1. Lotta sagt:

    Hey Daniel,

    sehr spannend, was du schreibst, vor allem, weil du schon so viel Erfahrung hast! Interessant auch zu sehen, wie sich das Sportbloggen im Laufe der Zeit verändert hat. Ich finde es sehr sympathisch, wie du es handhabst – authentisch und bodenständig! ;) Da können Partypumper und Möchtegern-Influencer einstecken! :P

    Viel Spaß und schöne Erlebnisse weiterhin als Sportblogger,

    Lotta

  2. Arian sagt:

    Ich mag solche Beiträge total, da es mich immer sehr interessiert, wer hinter einem Blog steckt. Hattest Du nie das Bedürfnis die ganz alten Beiträge zu löschen oder diejenigen, hinter denen Du nicht mehr stehen kannst? Da bin ich immer ein wenig hin- und hergerissen ;-)
    Liebe Grüsse
    Arian

  3. Daniel sagt:

    Mir geht es da genauso mit dem hin-und-her. Aber ehrlich gesagt, konzentriere ich mich lieber auf die neuen Sachen, anstatt in den Archiven nachzulesen, was ich vielleicht nicht mehr vertreten kann und was nicht. Aber ich weiss, daß ich da einige Leichen im Keller habe – artikelmäßig gesehen.

  4. Daniel sagt:

    Vielen Dank! Das Lob kann ich aber auch zurückgeben. Man sieht halt auch, wer sich durchbeisst und kämpft und wer nur am rumposen ist. Und Du bis auf jedenfall ein zähes Biest in puncto Training, wenn ich das mal so von Deinem Instagram beurteilen kann. :-)

  5. Lotta sagt:

    naja, ich bin halt nicht so gut im Pancakes stapeln. Daher muss ich auf anderen Ebenen punkten… :P

  6. Din sagt:

    Es ist doch immer wieder schön, durch genau solche Beiträge etwas mehr von Bloggern zu erfahren. Auch wenn wir uns ja bereits langer kennen und auch schon oft getroffen haben, war es interessant zu lesen!

  7. Daniel sagt:

    Hi Din, vielen Dank für die Rückmeldung. Ich bin gespannt, wo die Reise für uns Blogger noch hinführt in den nächsten Jahren.

  8. Julian sagt:

    Moin Daniel,
    habe mir mal die Bilder angeguckt. Mir gefallen die „ehrlichen“ Accounts auch lieber, als die ewig gestellten Instagram-Lächler. Trainingserfolg setzt Anstrengung, Schweiß und das Verschieben der eigenen Grenzen voraus. :)

    Mach weiter so. Sportliche Grüße
    Julian

  9. Daniel sagt:

    Hi, danke Dir! Witziger Weise hat Strava gerade eine Kampagne dazu gestartet. Das nennt sich dann #AthletesUnfiltered bei denen.

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