Nike Air Zoom Pegasus 35 im Test. Erfahrungen mit dem Lieblingsschuh von Mo Farah

Der neue Pegasus 35 hat sich irgendwie verdächtig unauffällig auf den Laufschuhmarkt geschlichen. Während im letzten Jahr noch weltweit auffällige Events, wie das Berlin Fast Forward auf dem Tempelhofer Feld, abgefeiert wurden, ist das Jubiläumsmodell einfach so, ohne viel Tamtam, in den Läden gelandet.
Doch wer daraus geschlossen hat, daß es sich nur um ein Mini-Update des Schuhs mit einer neuen Farbvariante handelt, irrt sich. Und auch ich wäre diesem Irrtum beinahe erlegen, habe mir aber zum Glück den neuen Nike Air Zoom Pegasus 35 für einen Test besorgt. Und nicht nur meine ersten Erfahrungen mit dem Schuh sind ausgezeichnet – auch von anderen Läufern habe ich schon gehört, daß sie ähnliche Erfahrungen und gute Wettkampfzeiten mit dem neuen Pegasus realisiert haben.

Für den Pegasus 35 hat sich Nike noch intensiver mit dem Feedback der Läufer beschäftigt und nicht nur Anregungen von Mo Farah in das neue Modell einfließen lassen, sondern auch von vielen Freizeitläufern. Und es ist auch kein Wunder, daß Nike sich so sorgfältig um den Pegasus kümmert – denn der Pegasus ist der meistverkaufte Laufschuh aller Zeiten aus dem Hause Nike. Wie schon gesagt, bin ich verwundert, daß ich keine große Kampagne, keinen großen Wirbel zum Pegasus 35 gesehen habe, denn der neue Laufschuh ist wirklich toll geworden. Aber wahrscheinlich verlässt man sich bei Nike darauf, daß sich ihr „Golf“ auch so verkauft und hat stattdessen den neuen Flyknit Epic React mit mehr Marketingpower versorgt, der es mit adidas Boost aufnehmen soll.

Was ist neu am Nike Air Zoom Pegasus 35 Laufschuh-Bestseller?
Das erste, daß wahrscheinlich vielen Läufern am Pegasus 35 auffallen wird, ist der neue Fersenbereich. Für den Pegasus-Laufschuh wurden nämlich viele Elemente des Nike Zoom Vaporfly 4% übernommen, teils komplett, teils nur als Designelemente. Die Sohle läuft nun also auch beim Pegasus 35 im Fersenbereich tropfenfömig zusammen und noch interessanter ist der hochgezogene Schaft an der Achillesferse. Bei den meisten Laufschuhen und auch noch beim Pegasus 34 wurde dieser Bereich eher leicht ausgespart und eher wie ein „u“ geformt – nun wurde dieser Bereich deutlich nach oben verländert, wie ein umgedrehtes „v“ also mit einem kleinen Berg.

Die Entwickler von Nike haben diesen Bereich aber so gestaltet, daß er nach außen ausgerichtet ist und dadurch trotzdem keine Reibung im Bereich der Achillesferse entstehen kann. Auch die Zunge wurde weit nach oben verlängert und reicht nun etwa drei Zentimeter weiter aus dem Schuh heraus. Und bei der Schnürung beginnt die unterste Öse nun erst an der Stelle, an der früher schon die Zweite war.

Die spannenste Neuheit steckt aber in der Sohle des Pegasus 35. Für das neue Modell wurden die beiden Nike Zoom Airbags des Pegasus 34 verbunden und gebogen und über die komplette Länge gestreckt und übernimmt dabei die Form der Carbonplatte, die im Nike Zoom Vaporfly 4% verwendet wird. Für die Dämpfung sorgt weiterhin der federnde Cushlon ST-Schaumstoff. Der Fersenbereich der Sohle ist nicht nur, wie schon beschrieben, jetzt spitz zulaufend in Tropfenform gestaltet, sondern auch deutlich abgeschrägt. Die Außensohle ist nahezu unverändert, mit dem seitlichem Crash-Rail aus Gummi. Allerdings wird die Wabenstruktur, die beim Pegasus 34 noch durchgängig war nun beim Pegasus 35 im Mittelfußbereich und Fersenbereich durch zunehmend langgezogene Trapezelemente ersetzt.

Beim Obermaterial wurde zwar der schon bekannte, nahtlosen Schaft aus atmungsaktivem Mesh mit Dynamic Fit-Technologie mit Dynamic Flywire-Fasern verwendet. Beim Pegasus 35 sind die kleinen atmungsaktiven Waben der obersten Lage des Obermaterials aber deutlich kleiner und filigraner gearbeitet.

Erfahrungen aus dem Nike Air Zoom Pegasus 35 Test
Wenig überraschend fühlt sich der Pegasus 35 sofort gut an am Fuß, denn die Passform ist noch etwas schnittiger geworden. Gerade die hochgelegte Schnürung und die verlängerte Zunge sind nicht nur beim Anziehen praktisch und bequem, sondern auch beim Laufen. Gerade, wer seinen Championchip bei Rennen ganz oben in der Schnürung trägt, dürfte sich über diese Zusatzpolsterung sehr freuen. Auch wenn es offiziell nur 10 Gramm sind, die der Pegasus 35 gegenüber seinem Vorgänger gewonnen hat, so fühlt sich der Neue deutlich leichter, schnittiger und schneller an. Und was stellt sich heraus? Der Pegasus bringt bei mir nur ein Gewicht von 275g auf die Waage in Größe 43 und ist damit 20g leichter als der Pegasus 34, 10g leichter als der Pegasus 33 und wahrscheinlich sogar der leichteste Pegasus aller Zeiten!

Während in der Zehenbox gewohnt komfortabel Platz ist, scheinen der Mittelfußbereich und der Fersenbereich oben etwas schmaler geworden zu sein und geben einen noch besseren Sitz, ohne einzuengen. Am besten gefällt mir aber das neue Sohlenkonzept. Die Tropenform und der stark abgeschrägte Fersenabsatz, sorgen nicht nur für den Gewichtsvorteil, sondern unterstützen auch einen schnelleren, dynamischen Abrollvorgang. Interessant ist, daß sich die Dämpfung bei einem Fersenlaufstil beim Pegasus 35 trotzdem nicht von dem des Pegasus 34 unterscheidet.
Richtig toll ist aber die neue Dämpfung im Mittelfuß und Vorderfuß geworden, wo nun ein deutlich direkteres Laufgefühl bei einer gestrafften, aber immer noch angenehmen Dämpfung möglich ist. Gerade für ambitionierte Läufer, werden schnelle Läufe im neuen Pegasus 35 zum Vergnügen, wenn alle Faktoren des Updates zusammenspielen. Das reduzierte Gewicht, das exzellente Abrollverhalten, die neue Zoom-Konstruktion und die hochgesetzte Schnürung.

Fazit zum Nike Air Zoom Pegasus 35 Test
Es muss nicht immer der große Wirbel um die neueste Hypetechnologie sein – manchmal reicht es auch einen richtig guten Laufschuh noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen und mit cleveren, kleinen Verbesserungen auf die nächste Stufe zu heben. Und so hat mich der Pegasus 35 ziemlich überrascht, weil ich nichts Besonderes erwartet hatte und Nike so still ist, wie als wäre der Schuh nicht erwähnenswert. Dabei werden viele Läufer mit dem neuen Pegasus 35 wahrscheinlich zu neuen Bestleistungen laufen können und profitieren in der Preisklasse von 120€ von Innovationen aus dem Profisegment.
Der Nike Air Zoom Pegasus 35 ist extrem bequem und gewinnt durch die Gewichtsoptimierung, den direkteren Grip und die cleveren, neuen Details an der Sohle und dem Obermaterial weiter an sportlichem Schneid. Dabei ist er aber immer noch für die breite Masse einsetzbar und kann sowohl als Rennschuh, aber auch als Trainingsschuh für kurze bis mittlere Distanzen brillieren.
Für mich ergibt sich aus dem Duo des energiesparenderen Epic React Flyknit für längere Einheiten oder schonende Läufe mit höherer Energierückgabe und dem neuen Pegasus 35 für straffere Einheiten und Wettkämpfe ein perfektes Gespann für diese Laufsaison.

Wenn Ihr Euch für den neuen Pegasus 35 interessiert, habe ich unten im Beitrag noch einen Pegasus 35 Preisvergleich einfügt, mit dem Ihr immer die aktuell besten Preise im Netz sehen könnt.

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