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Römerschanze – Ausflugstipp für Potsdam

Wenn es etwas Positives an der Corona-Krise gibt, dann sicherlich den Zwang sich mit der unmittelbaren Heimat und den Mikroabenteuern zu beschäftigen, die die Gegend so hergibt. Denn bei mir waren die üblichen Routen für Spaziergänge schnell ausgelutscht, denn durch das Home Office drehte ich nun plötzlich jeden Tag eine Runde zu Fuß. Und so sehr ich den Park Sanssouci, Park Babelsberg, die Glienicker Brücke und die anderen Klassiker liebe – es war mal Zeit für etwas Neues.

Römerschanze: 3.000 Jahre Geschichte zum Erlaufen

Ein neuentdeckter Ort, der mich besonders verzaubert hat, ist die Römerschanze. Auf einer kleinen Halbinsel nahe Sacrow gelegen, findet man diesen von Menschenhand angelegten Wall, inmitten des Naturschutzgebietes. Schon in der Bronzezeit gab es hier erste Siedlungen, die dann später von den Slawen verfestigt wurden, nachdem bei Ausgrabungen starke Brandspuren entdeckt wurden, die darauf hindeuten, daß die ursprüngliche Ansiedlung durch ein Feuer zerstört wurde.

Die neue Wallburg, deren Reste man heute entdecken kann, wurde also auch schon vor mehr als 1.000 Jahren von den Slawen errichtet. Der ovalförmige Erdwall, der sich auf einer Länge von bis zu 175 Metern erstreckt, war ursprünglich bis zu sechs Meter hoch, wurde aber mit der Zeit immer weiter abgewaschen, sodass die heutigen Überreste nur noch etwa halb so hoch sind. Archäologen fanden in der Mitte des Walls Spuren eines Holzhauses und man nimmt an, daß bis zu 1.000 Menschen innerhalb des Walls Schutz fanden. Interessanter Weise wurde diese Gegend nie von Römern betreten, weshalb der Name Römerschanze eigentlich irreführen ist. Königswall oder Räuberschanze wären daher die korrekteren Bezeichnungen für dieses zu den ältesten Wehranlagen Europas gehörende Bauwerk.

Naturparadies mit Geschichte

Beim Spaziergang durch diese Gegend, kann man aber nicht nur die Spuren der Geschichte begutachten, sondern auch die Natur genießen. Durch Kiefernwälder hindurch, geht es zunächst durch das hügelige Gelände hindurch bis zum Ufer des Sacrow-Paretzer Kanals von wo man am Ufer entlang durch den Königswald in Richtung Römerschanze wandert. Unterwegs kann man vor allem Biberspuren entdecken, aber auch allerlei Wasservögel, die sich in den kleinen Buchten niedergelassen haben. Die Römerschanze selbst ist vor allem durch den üppigen Bewuchs mit Bärlauch spektakulär anzusehen und bietet einen tollen Blick auf das Wasser.

Wer es bei einer kleinen Runde von 4-5km belassen will, kann nun von hier aus den Wegen in Richtung Ausgangsort, dem ersten Parkplatz rechterhand in Richtung Sacrow, folgen. Wer etwas mehr Ausdauer hat, folgt weiter dem Weg am Lehnitzsee entlang bis zum 61 Meter hohen Rehberg und schwenkt dann von dort nach Osten zurück in Richtung Ausgangspunkt.

Eine Bitte noch: Respektieren Sie die Natur!
Ich habe ehrlich gesagt etwas länger überlegt, ob ich diesen Tipp hier veröffentliche, aber ich hoffe darauf, daß ich besonnene, vernünftige Leser habe. Es handelt sich dort wie gesagt um ein Naturschutzgebiet, wo also Pflanzen und Tier in besonderer Weise geschützt werden sollen.
Bitte bleiben sie also auf den Wegen, lassen sie Hunde an der Leine, verhalten sie sich ruhig um brütende Vögel nicht aufzuschrecken und verlassen sie nicht die Wege. Auch wenn es wahrscheinlich nicht verboten ist dort Fahrrad zu fahren – überlegen sie doch bitte noch einmal, ob sie wirklich mit dem Mountainbike oder Gravelbike über die 3.000 Jahre alten Naturdenkmäler der Römerschanze ballern müssen oder ob das nicht in einem regulären Forst angebrachter ist. Danke!


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