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Wakeboard Anfänger Kurs auf der Anlage der Area 47. So habe ich Wakeboarding gelernt!

Während unseres Outdoor Action Urlaubs in Tirol, war es in diesem Jahr auch endlich mal Zeit, sich der nächsten Wassersport-Herausforderung zu stellen. Denn bis auf die Wasserski hatte ich es in der Vergangenheit schon einmal geschafft und konnte damit zumindest mittel-elegant Runden auf der Wasserski-Anlage drehen. Aber genau der Umstieg auf das Wakeboard war mir nie gelungen. Hauptsächlich aber auch, weil man während des normalen Betriebs natürlich nicht so motiviert ist, sich mit seinen Startübungen immer wieder zwischen die professionellen Starts der anderen einzureihen. Also war es Zeit, daß mal strategisch anzugehen – mit einem Wakeboard Kurs für Anfänger in der AREA 47.

Wakeboard Anlage in der AREA 47 und Wake School

Zunächst muss man sich beim Wakeboarding ja entscheiden, ob man auf einer Anlage lernen will oder mit einem Boot. Ich glaube, daß ja rein logistisch und auch wegen der Startrampe, eine Wakeboard Anlage einfacher ist, habe aber auch keinen Vergleich zum Wakeboarding mit einem Boot.
Die Wake Area in der AREA 47 ist mit mehr als 20.000 Quadratmetern Wasserfläche und diversen Hindernissen, den sogenannten Obstacles, mehr als optimal geeignet. Sogar die Tyrolean Wakeboard Masters werden auf der Anlage ausgetragen. Aber für unseren Anfängerkurs werden wir wohl weder Obstacles noch sonstige Spezialitäten brauchen.

In der Wake School werden verschiedene Kurse angeboten. Wir hatten uns für den Wake School Basic Kurs entschieden, bei dem man in 90 Minuten quasi from Zero to Hero kommen kann. Beim Wake Area First Try Kurs, der ebenfalls angeboten wird, geht es noch mehr um ein erstes Hineinschnuppern und der Kurs ist mit lediglich 60 Minuten angesetzt.

Im Wakeboard Kurs ist dann in der AREA 47 auch alles enthalten, was man braucht. Von der Ausrüstung bis zur Miete für die Anlage und sogar ein Getränk gabs noch dazu.

Wir hatten mit unserem Kurs auch besonderes Glück und das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. Denn ohnehin hat man für den Wakeboard Kurs die Anlage exklusiv für sich, aber wir waren bei unserem Kurs nur zu viert und hatten damit optimale Trainingsbedingungen. Dadurch, daß der Kurs so früh startet, hat man auch seine Ruhe, denn morgens um 8:30 Uhr wird man nicht von Zuschauern abgelenkt. Gerade, wenn man sich zu Beginn noch ziemlich trottelig anstellt, muss man ja nicht auch noch als Entertainer herhalten.

Im Übrigen wird bei den Wakeboard-Kursen die Geschwindigkeit der Anlage heruntergeregelt und fährt deutlich langsamer, als im Normalbetrieb. Dadurch sind die Belastungen beim Start und in den Kurven deutlich geringer und man kommt leichter über die Runde.

Also rein in den Neoprenanzug, Helm auf, Schwimmweste dran, Wassersportgerät schnappen und raus an den Startpunkt!

Wie lerne ich Wakeboard fahren?

Abhängig davon, ob man schon Vorerfahrung mitbrachte oder nicht, startete unser Wakeboard-Kurs mit verschiedenen Wassersportgeräten, mit denen man erst einmal das Gefühl für die Dynamik des Wassers und die Funktionsweise der Kabelanlage bekommen sollte.

Für alle Neulinge startete der Kurs also auf dem Kneeboard, bei dem man in gehockter Position startet und durch Gewichtsverlagerung lenkt. So lernt man am besten, welcher Zug beim Start auf dem Schleppseil ankommt und wie die Spannung auf dem Seil in den Kurven nachlässt und wieder anzieht, und wie man fährt um den Effekt zu minimieren. Sobald man eine komplette Runde, also den Start und die ersten drei Kurven sicher geschafft hatte, ging es auf das nächste Level: Wasserski.

Dadurch, daß ich schon ein paar mal Wasserski gefahren war, sollte ich auch gleich auf den Wasserski starten und übersprang somit das Kneeboard. Auch wenn die letzte Wasserski-Fahrt mehr als 10 Jahre zurücklag, meinte unser Wakeboard-Lehrer, daß das wie mit dem Fahrradfahren sei – man verlernt es nicht.
Und er behielt recht. Die Starts klappten relativ schnell wieder flüssig und auch die Kurven wurden mit jeder Runde sicherer. Allerdings meldeten sich mit der Zeit meine Arme, die mit der ungewohnten Belastung doch etwas überfordert waren.

Also höchste Zeit für das nächste Level. Und so durfte ich mir nach gut einer Stunde Training und mit einem guten Gefühl für die Anlage und das Wasser endlich meine Wasserski gegen ein Wakeboard tauschen. Und damit betrat ich nun das erste mal wirkliches Neuland. Es ist aber sicherlich ein Vorteil, wenn man schon mal Skateboard oder Snowboard gefahren ist und sich grundsätzlich mit wackeligen Angelegenheiten und der seitlichen Fahrweise angefreundet hat.
Es ist auf jeden Fall ein sehr merkwürdiges Gefühl, nun plötzlich seitlich am Start zu stehen, aber das Grundprinzip ist das Gleiche. Also Arsch runter, Zugseil dicht und fest seitlich an den Körper – und los!

Ihr fahre ein paar Meter und bevor ich mich freuen kann, daß ich gut vom Start weggekommen bin, liege ich auch schon im Wasser. Denn Arme und Seil wandern unweigerlich wieder weiter mittig vor den Körper – und das funktioniert eben nur auf Wasserski, sorgt beim Wakeboarden aber für einen Tauchgang. Also zurück zum Start, Durchatmen und auf ein Neues. Eigentlich mehr aus Zufall rutsche ich beim nächsten Versuch mit der einen Hand vom Griff und fahre nun also einarmig über den Kurs. Und siehe da, es ist Teil des Erfolgsrezeptes für mich. Denn mit einer Hand fährt man wohl oder übel, allein schon aus Kraftmangel schön seitlich eingedreht und damit in der optimalen Position. Mit minimalem Druck auf die Kanten des Wakeboards schafft man auch die Kurven recht gut und so komme ich doch relativ schnell das erste mal um die Runde. Wackelig, aber ich fahre!

Auch die Anderen sind inzwischen mit Wasserski oder auch schon mit dem Wakeboard unterwegs. Das Stufensystem, sich mit den verschiedenen Wassersportgeräten voranzuarbeiten, funktioniert also.

Ich habe inzwischen aber hauptsächlich mit der Erschöpfung zu tun. Denn das einarmige Fahren, macht nicht nur besonders viel Spaß und sichert die korrekte Position des Wakeboards auf dem Wasser ab, sondern es verlagert auch die gesamte Belastung auf einen Arm. Hauptsächlich sind es aber die Hände, die am Ende ihrer Kräfte sind. Denn meine zarten Home Office Griffel sind nicht daran gewöhnt, sich fest um einen Griff zu klammern, sondern steicheln im Alltag eher die Tastatur meines Rechners.
Und so reicht die Griffkraft zwar noch für den Start und die ersten zwei oder drei Kurven, aber spätestens dann reisst es mir nach den Kurven einfach nur noch den Griff aus den Händen, weil ich einfach nicht mehr richtig festhalten kann. Aber egal, denn ich habe den Levelaufstieg geschafft, das Grundprinzip des Wakeboardens verstanden und kann mich jetzt offiziell Wakeboarder nennen!

Fazit zum Wakeboard Anfänger Kurs

Ich bin total überrascht, wie es mit etwas Geduld und Konzentration dann doch möglich ist, innerhalb eines 90-Minuten-Kurses vom absolut ersten Mal auf der Wasserski-Anlage bis zu den ersten Fahrversuchen auf dem Wakeboard aufzusteigen. Gerade wenn man zuschaut, sieht Wakeboarding immer ziemlich kompliziert aus, aber das ist es nicht. Man muss vielmehr ausblenden, daß man natürlich häufig Leute an Wakeboard-Anlagen trifft, die es eben richtig draufhaben und das auch zeigen. Das ist aber nicht das Level und der Style, den man in einem Anfängerkurs lernt. Aber man lernt eben zu fahren und wenn der Muskelkater nicht wäre, kann ich mir vorstellen, daß man in einem Zweitages- oder Dreitageskurs auch schon sportlichere Starts und die ersten Ostacles fahren lernt.

Ich bin jedenfalls total happy, wie gut das geklappt hat und werde sicherlich bei einem nächsten Kurs nochmal mit frischen Armen an der Technik arbeiten. Und vielleicht traue ich mich ja auch schon über die ersten Hindernisse. Auch wenn es nicht alle aus unserem Kurs bis auf das Wakeboard geschafft haben, waren wir doch alle super glücklich und voll mit Adrenalin, nach so einem Morgen, exklusiv zu viert mit einer ganzen Wakeboard-Anlage nur für uns!

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