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Wandern Bayern: Geheimtipps für die 10 schönsten Regionen und Touren

Wandern in Bayern. Die 10 schönsten Regionen und Touren
Bayern ist ein wahres Wanderparadies. Die Auswahl an Wanderregionen und Strecken ist schier unermesslich. Da kann manch einem die Entscheidung, welche Wanderstrecke sich nun wirklich lohnt, schon etwas schwer fallen. Viele verbinden bayerische Wanderwege allgemeinhin mit Bergpanoramen und eher schwierig zu begehenden Strecken. Doch das ist nicht ganz richtig: denn Bayern bietet schöne Wanderungen in allen Schwierigkeitsgraden und Landschaftsformen. Egal also, ob ihr geübte oder ungeübte Wanderer seid, steile und körperlich fordernde Aufstiege bevorzugt oder einige Strecken für euch schon deshalb ausscheiden, weil ihr an Höhenangst leidet oder nicht ganz so trittsicher seid, wie ihr es gern sein wolltet: in Bayern findet sich für jede und jeden die perfekte Wandertour. Wir stellen euch die schönsten Wanderregionen des Freistaates vor, inklusive einiger der besten Wanderrouten.

1. Die Chiemgauer Alpen
Eine ansehnliche Mischung aus Familienwanderwegen und Wanderungen im alpinen Gelände, hält die Chiemgauer Alpenregion bereit. Oftmals lassen sich Wanderungen auch mit einer Fahrt mit den Chiemgauer Bergbahnen kombinieren, was besonders für Familien mit Kindern oder ältere Wanderer attraktiv ist.
Wenn ihr in Hohenaschau im Chiemgau startet, habt ihr alle Möglichkeiten. Wer möchte kann mit der Kampenwandbahn direkt zur Sonnenalm fahren. Dort angekommen führt der Panoramaweg hinüber zum Sultensattel: eine leichte Familienwanderung, die jedoch sagenhafte Ausblicke hinab zum Chiemsee verspricht.
Wesentlich schwieriger, da mit Kletterstellen durchsetzt, und somit für erfahrene Wanderer geeignet, ist die Kampenwand-Gipfeltour. Wenn ihr den Panoramaweg hinter euch gelassen habt, geht es hinauf zum Ostgipfel der Kampenwand. Von der Gipfelplattform aus erstreckt sich ein herrlicher Rundblick auf das bayerische Alpenvorland und die Berchtesgadener Berge. Doch Vorsicht: wer nicht trittsicher und nicht schwindelfrei ist, sollte lieber auf dem Panoramaweg bleiben.
Für Wasserliebhaber empfehlen wir Wanderungen in den Ebenen des Chiemgauer Alpenlandes. Die Region besticht mit insgesamt rund 30 Seen, der Chiemsee ist der bekannteste unter ihnen. Wenn ihr den Chiemsee einmal komplett zu Fuß umrunden möchtet, solltet ihr mehrere Etappen einlegen, denn die Strecke misst nicht weniger als 60 Kilometer. Kenner aber besteigen von Zeit zu Zeit eines der Schiffe, die unterschiedliche Anlegestellen am Ufer des Chiemsees haben. Inmitten des Chiemsees empfehlen sich Ausstiege auf der Herren- sowie der Fraueninsel. Hier könnt ihr auf flachen Strecken die Chiemsee-Inseln erschließen, euch direkt vor Ort gefangenen frischen Fisch schmecken lassen und euer Wanderabenteuer mit der Besichtigung des Schlosses Herrenchiemsee, das nach den Plänen des Bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. erbaut wurde, kulturell anreichern.

2. Die Zugspitzregion
Jeder kennt ihn, den mit 2.962 Metern Höhe höchsten Berg in Deutschland: die Zugspitze. Doch rund um Garmisch-Partenkirchen gibt es noch zahlreiche weitere Berggipfel, die den Aufstieg allemal lohnen. Eine sehr schöne, in mittleren Lagen beheimatete, Tour führt von der Talstation der Kranzbergbahn in Mittenwald aus zunächst auf 1.391 Meter zum Hohen Kranzberg. Von hier aus seht ihr die felsigen Gebirgszüge des Umlandes in besonders idyllischer Formation. Ihr passiert den Ferchensee in satter grüner Wiesenlandschaft, bevor es wieder bergan geht. Diesmal hinauf zum 1.588 Meter hohen Grünkopf. Bänke laden euch ein hier zu verweilen und den Ausblick ins Isartal zu genießen. Gut zu sehen sind auch die Soierngruppe sowie das Karwendelgebirge. Vom Gasthaus Ederkanzel aus ist der Karwendelblick noch beeidruckender. Außerdem kann eine kleine Stärkung nicht schaden, bevor ihr weiter zum Leutensee wandert. Badekleidung nicht vergessen, denn hier gibt es offizielle Badestellen. Nach etwa sechs Stunden Gehzeit und mittleren Anforderungen, kommt ihr wieder in Mittenwald an.

3. Der Gottesgarten am Obermain
Nicht nur im gebirgigen Süden Bayerns lässt es sich herrlich wandern. Auch im nördlichen Franken gibt es einige Highlights, die Wanderfreunde einmal im Leben bewandert haben sollten. Zum Beispiel den 539 Meter hohen Staffelberg nahe dem oberfränkischen Kurstädtchen Bad Staffelstein. Die Region wird Gottesgarten am Obermain genannt. Warum? Weil es hier landschaftlich so schön ist, dass es sich in der Tat um einen göttlichen Garten handeln könnte. Außerdem befindet ihr euch hier in der bekanntesten Bierregion Deutschlands und der kühle Gerstensaft, oftmals von Mönchen gebraut, hat durchaus ebenfalls etwas Göttliches. So startet ihr von Bad Staffelsteins Marktplatz aus den Brauereiweg 2, der bestens ausgeschildert ist. Zunächst geht es zur Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen, wo es fränkische Brotzeiten und den hausgebrauten Nothelfertrunk zu verkosten gibt. Gestärkt wandert ihr weiter zum Alten Staffelberg, der einige Meter tiefer liegt als der Neue Staffelberg. Auf dem Weg passiert ihr knorrige alte Nussbäume, für die die Region bekannt ist. Euer Ziel, der Staffelberg, ist ein Plateauberg, der hoch über dem Maintal liegt. Bei gutem Wetter könnt ihr von dort aus am Horizont die 45 Kilometer entfernte Veste Coburg erkennen. Falls ihr im Winter und bei Schneefall unterwegs seid, solltet ihr einen Schlitten mitnehmen, denn der Rückweg hinunter nach Bad Staffelstein, lässt sich teilweise in abenteuerlicher Schussfahrt mit dem Schlitten bewältigen. Die reine Gehzeit beträgt etwa 3,5 Stunden.

4. Der Große Arber im Bayerischen Wald
Im Bayerischen Wald nahe der tschechischen Grenze liegt ein weiteres hervorragendes Wandergebiet rund um den Großen Arber. Mit 1.455 Metern handelt es sich um den höchsten Berg von Niederbayern. Der Große Arber hat insgesamt vier Gipfel, die sich in einem Naturschutzgebiet befinden. Bei guter Fernsicht kann man vom Gipfelkreuz aus sogar die Alpen erkennen. Eine beliebte Rundtour startet an der Talstation der Arber-Bergbahn und führt zunächst zum Kleinen Arbersee, einem Moränensee aus der letzten Eiszeit. Durch Bergmischwald und vorbei an mehreren Hütten, die zur Einkehr rufen, geht es hinauf zum Großen Arber. Selbst an Tagen an denen die Fernsicht von hier aus nicht ganz so gut ist, könnt ihr das tschechische Grenzland und den Böhmerwald erkennen. An schönen Tagen reicht der Blick bis in die Ebenen des Böhmerwaldes in kleine Ortschaften des Grenzgebietes. Ihr befindet euch nun oberhalb der Baumgrenze. Auf dem Rückweg ins Tal könnt ihr den Übergang zurück in die bewachsene Bodenzone gut erkennen. Reine Gehzeit etwa 3,5 Stunden.

5. Die Allgäuer Alpen
Sehr typisch für diese Region sind weit abgeschiedene Täler in denen es sich abseits des Massentourismus entspannen und wandern lässt. Wenn ihr also einmal richtig weg von allem wollt, seid ihr hier richtig. Viele der gut ausgeschilderten Strecken sind körperlich fordernd. Eine beeindruckende Mehrtageswanderung mit einer Länge von 72 Kilometern, die in etwa 35 Stunden Gehzeit absolviert werden kann, ist die Große Allgäu-Durchquerung, die durch das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen führt. Startpunkt ist das Söllereck nahe Oberstdorf. Im Sommer zeigen sich hier saftige Blumenwiesen, bevor es anspruchsvolle Klettersteige und schroffe Felsen hinauf zum Allgäuer Hauptkamm geht. Auf dem Weg passiert ihr außerdem einige malerisch gelegene Bergseen und habt von den zahlreichen Gipfeln, die ihr besteigt, wundervolle Panoramablicke. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel in der Rappenseehütte oder der Kemptener Hütte.

6. Der Naturpark Fränkische Schweiz
Die Fränkische Schweiz ist ein waldreiches Mittelgebirge und zudem eine Genussregion. Wer hier wandert, kann hausgemachte Spezialitäten in Bio-Qualität genießen. Einer der größten Naturparke in Deutschland, liegt inmitten des Städtedreiecks Nürnberg, Bayreuth und Bamberg. Wenn ihr wilde Orchideen mögt, habt ihr beste Chancen einige der hier heimischen 40 Orchideenarten begutachten zu können. Außerdem ist die beliebte Region zum Wandern in Bayern reich an Burgen und Burgruinen, die ihr nebenbei erkunden könnt. Highlights sind zudem die rund 1.000 Höhlen, die sich im felsigen Areal verstecken, und besonders das Interesse von Kindern wecken. Die größte von ihnen ist die Teufelshöhle bei Pottenstein. Ein gut neun Kilometer langer Rundwanderung führt von Kirchbirkig aus durchs Klumpertal und an der Teufelshöhle vorbei. Ihr könnt die Tropfsteinhöhle, in der sich innerhalb der letzten 2,5 Millionen Jahre Stalaktiten und Stalagmiten gebildet haben, auf einer geführten Besichtigungstour erleben.

7. Der Spessart
An der Grenze zu Hessen liegt der Naturpark Spessart. Die waldige Gegend ist als Wanderregion vor allem bei Familien beliebt, denn in den Wäldern werden oftmals Rehe und Wildschweine, manchmal auch Füchse, gesichtet. Doch auch die Erwachsenen kommen auf ihre Kosten. Zum Beispiel auf dem Fränkischen Rotwein Wanderweg. Von Großwallstadt aus geht es 79 Kilometer lang bis nach Bürgstadt. Ihr befindet euch inmitten von Weinbergen und passiert malerische fränkische Ortschaften, die geprägt sind von Fachwerkgebäuden. Übernachtungsmöglichkeiten findet ihr in den Gasthäusern der Region. Hier können auch die hervorragenden Weine des Spessarts probiert werden.

8. Der Bayerische Jura
Der Bayerische Jura ist geprägt von einer mediterranen Karstlandschaft. Kalksteinwände und Karstquellen wechseln sich mit Dolinen, Höhlen und Trockenwäldern ab. Von Riesenburg im Altmühltal aus, führt euch ein 11,5 Kilometer langer Rundweg durch das Naturschutzgebiet Klamm und Kastelhäng. Ihr seid hauptsächlich im Wald unterwegs und entdeckt dort die Kastelhänghöhle, die schon von Jägern der Steinzeit als Lager und Rastplatz genutzt wurde. Ein wenig mystisch geht es in der auf dem Weg liegenden Klamm zu, besonders bei diesigem Wetter. Zu Fuß und per Brücke überquert ihr die Altmühl und wandert weiter nach Prunn, wo ihr sowohl die Burg Prunn besichtigen, als auch ein Schiffsabenteuer auf der Altmühl starten könnt.

9. Rund um Walchen- und Kochelsee
Im Alpenvorland gelegen gelten Walchen- und Kochelsee als Zwillingsseen. Einheimische nennen ihre Region selbst Bayerische Karibik, da die beiden Seen und deren Umland tatsächlich karibisch anmuten. Südlich des Walchensees erstreckt sich das Karwendelgebirge. Die Seen, die jeweils zahlreiche Badestellen bieten, schimmern beide tief türkis. Die schöne Landschaft zog immer wieder Maler an, die sich hier inspirieren ließen. Wenn ihr über gute Kondition verfügt, wird euch die Wanderung von der Herzogstand-Talstation hin zum Aussichtspunkt am Josefsplatz sicher begeistern. Hinwärts braucht ihr knapp drei Stunden. Trittsicherheit und alpine Erfahrung sollten vorhanden sein. Am Aussichtspunkt angekommen, blickt ihr zum Walchensee und den Oberammergauer Alpen. Auf der Heimgartenhütte könnt ihr euch stärken bevor es auf dem gleichen Weg zurück ins Tal geht.

10. Der Oberpfälzer Wald
Der Oberpfälzer Wald zählt zu den Mittelgebirgen. Kennzeichnend für die Wanderregion sind tiefe Täler und weite Fernsichten. Kulturell Interessierte finden abgelegene Kirchen und Kapellen, Burgen und Burgruinen, die zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert als Befestigungsanlagen errichtet wurden. Von Bad Neualbenreuth führt euch eine fast 19 Kilometer lange Wanderung bis nach Mähring. Die Tour, bei der es ordentlich auf und ab geht, quert viele Aussichtspunkte. Der Muglbach Wasserfall auf halber Strecke ist das erste Highlight der Tour. Doch es kommt noch besser: unterwegs passiert ihr den Mittelpunkt Europas, der durch einen massiven Steinquader markiert ein beliebtes Fotomotiv ist. Die Wanderung beeindruckt besonders im Herbst. Der Untergrund ist dann satt und moosig und die umliegenden Wälder leuchten bunt.

Geheimtipps für das Wandern in Bayern

Hast Du noch Geheimtipps und tolle Empfehlungen für schöne Wanderungen in Bayern? Dann gib mir gern einen Tipp und hinterlasse einen Kommentar unter diesem Beitrag und ich nehme gern Deine Alternativen mit in die Liste auf. Danke!

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