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Peloton Strive Score – Neue Anzeige für die Trainingsleistung (Ausdauer-Score)

Mit dem Peloton Homecoming 2021 gab es wieder viele Updates und Neuheiten zu entdecken. Eine davon ist der Peloton Strive Score, der nun in den Rides und Workouts bei der Herzfrequenz angezeigt wird.

Was ist der Peloton Strive Score?
Der Strive Score wird als neue Metrik für die Trainingsleistung verwendet und basiert auf der Herzfrequenz. Vor allem für Trainingseinheiten, die nicht auf einem Peloton Bike oder Peloton Tread ausgeübt werden, wo ja über das Trainingsgerät selbst die Trainingsleistung in Watt bzw. Kilojoule erfasst wird, ergibt sich damit die Möglichkeit die eigene Performance besser einzuschätzen. Der Strive Score ist also nicht für einen Wettbewerbscharakter gedacht, sondern für eine bessere Erkenntnis über den eigenen, aktuellen Leistungszustand im jeweiligen Workout. Gerade bei HIIT-Workouts, Bootcamp-Kursen, Yoga-Sessions und anderen Trainings auf der Matte war das bisher nicht möglich.
Die deutsche Bezeichnung “Ausdauer-Score” finde ich etwas fehlleitend, da der Strive Score nicht die Ausdauer misst, sondern die Trainingsintensität – also wie sehr man sich in das Training hineinhängt.

Wie funktioniert der Peloton Strive Score?
Der Strive Score basiert auf der Herzfrequenz und funktioniert daher nur mit einem Herzfrequenzsensor, der mit Peloton gekoppelt wird. Mein Favorit ist dabei aktuell der Polar Verity Sense, der für mich deutlich schneller, zuverlässiger und komfortabler ist, als der offizielle Peloton Brustgurt. Alternativ funktioniert es mit einer Peloton-kompatiblen Sportuhr, wie beispielsweise der Apple Watch.
Anders als bei den Peloton Power Zones basieren die Zonen für den Strive Score nicht auf der Trainingsleistung, die auf dem Bike die Trittfrequenz und den Widerstand mit einberechnen, sondern eben rein auf der Herzfrequenz. Diese Herzfrequenzzonen basieren auf den klassischen Standards für das herzfrequenzbasierte Training und Peloton richtet sich nach den Vorgaben des CDC, einer Behörde des US Gesundheitsministeriums. Als Grundlage für die individuellen Herzfrequenzzonen verwendet Peloton das im Peloton-Profil eingegebene Geburtsdatum – also altersbasiert. Man kann aber auch manuell eine maximale Herzfrequenz eingeben.
Die aktuelle Heart Rate Zone, in der man gerade trainiert, wird auch anderen im Leaderboard angezeigt. Man kann also noch besser erkennen, wer gerade von hinten mit maximalem Puls angerast kommt und eventell selbst noch etwas beschleunigen, um nicht überholt zu werden. Andererseits hält man es in den maximalen Herzfrequenzzonen nicht so lange durch, daher sind die schnellen Fahrer in einer mittleren Herzfrequenzzone viel gefährlicher – denn die haben noch Potential ordentlich Leistung draufzulegen.
Die Funktion dieser Heart Rate Bars kann man selbstverständlich abschalten und seine aktuelle Herzfrequenzzone nicht mit anderen teilen.

Wie berechnet sich der Peloton Strive Score?
Der Strive Score basiert auf den 5 Herzfrequenzzonen, die anhand des Alters und den Vorgaben der CDC festgelegt wurden. Diese sieht man auch in der Anzeige des Strive Score. Für die Trainingszeit, die man in einer bestimmten Zone verbringt gibt es Punkte, die sich dann zum Strive Score addieren. Für höhere Herzfrequenzzonen gibt es dann einen Multiplikator, der dann beispielsweise doppelt soviele Punkte pro Minute vergibt, vier mal soviel oder sogar acht mal soviel. Wichtig zu wissen ist, daß es zwischen den Zonen 4 und 5 für die maximale Herzfrequenz keinen Anstieg mehr im Punktemultiplikator gibt. Gerade in Zone 5 trainert man auf absolutem Anschlag bei der Herzfrequenz und sollte sich nur kurze Zeit in diesem Bereich aufhalten – daher gelten für Zone 4 und 5 die gleichen Punkte.

Anzeige der Herzfrequenzzone auf dem Leaderboard

Welche Herzfrequenzzonen gibt es beim Peloton Strive Score?
Die fünf Heart Rate Zones untergliedern sich nach den gängigen Standards und sind daher auch sehr gut zur Trainingssteuerung geeignet. “Viel hilft viel”, ist also auch hier ein Trugschluss – aber dazu später mehr.

Zone 1: Bis zu 65% der maximalen Herzfrequenz = 1x Punktefaktor
Zone 2: 65%–75% der maximalen Herzfrequenz = 2x Punktefaktor
Zone 3: 75%–85% der maximalen Herzfrequenz = 4x Punktefaktor
Zone 4: 85%-95% der maximalen Herzfrequenz = 8x Punktefaktor
Zone 5: 95%+ der maximalen Herzfrequenz = 8x Punktefaktor

Welche Aussagekraft hat der Peloton Strive Score?
Wie schon angedeutet, sollte man sich unbedingt davon verabschieden immer einen maximalen Strive Score erreichen zu wollen. Denn der Strive Score erhöht sich um so schneller, um so länger man in den hohen Herzfrequenzzonen trainiert. Durch ein dauerhaftes Maximaltraining erhöht sich aber nur die Regenerationszeit weil die Belastung auf den Körper deutlich höher ist. Außerdem trainiert man beispielsweise die Ausdauer in einer niedrigen Herzfrequenzzone – ein hoher Strive Score würde in diesem Fall bedeuten, daß man sein Ausdauertrainingsziel verfehlt hat. In einem anderen Beitrag habe ich ja schon einmal erläutert, wie die verschiedenen Trainingsbereiche im Ausdauersport eingesetzt werden.

Das Wichtigste beim Strive Score ist also, sich auf seine eigene Leistung und seine Trainingsziele zu konzentrieren und sich nicht zu sehr mit anderen zu vergleichen. Gerade hohe Strive-Werte ausserhalb von HIIT-Trainings sind eher ein Hinweis, daß der andere einfach falsch trainiert hat. Man ballert ja auch nicht mit 250 Watt durch ein Cooldown, jedenfalls die Vernünftigen.
Außerdem bietet der Strive Score natürlich diverse Möglichkeiten der Manipulation, wie beispielsweise die Eingabe eines sehr geringen Maximalpuls oder die Erhöhung des Alters, was beides dazu führt, daß man viel leichter und länger in den Zonen mit hohem Multiplikationsfaktor fahren kann. Aber das wäre einfach nur Selbstbetrug.

P.S. Bisher konnte ich den Strive Score aber nur auf meinem Bike sehen. Bei den Trainings über den Browser und in der App (trotz Aktualisierung) war der Strive Score noch nicht verfügbar.

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