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Fokus, Fokus, Fokus – und an den Marathon denken! Das lief im September 2019.

Nach den wilden Reiseaktivitäten in der ersten Jahreshälfte, hatte ich mich ja schon im August darauf gefreut, endlich wieder fokussiert im gewohnten Umfeld trainieren und morgens in meinem eigenen Bett aufwachen zu können! So aufregend internationale Reisen und Wettkämpfe auch sein mögen – am Ende sind sie doch zusätzlicher Stress und lenken von den wichtigen Zielen ab.

Also versuchte ich auch meinen September möglichst strukturiert und fokussiert auf den ersten, großen Herbstmarathon zu strukturieren. Denn die Saison lief bisher gut für mich und ich konnte schon viele Highlights mitnehmen und habe insgesamt ein höheres Leistungsniveau erreicht, als in den Vorjahren. Obwohl sich schon eine gewisse Erschöpfung nach der langen Saison ausbreitete, war es mir wichtig, noch einmal die Kräfte zu bündeln für einen neuen Rekordversuch auf der Marathonstrecke. Denn zuletzt konnte ich 2016 eine Zeit von 3:26:29h beim Wien-Marathon als neue Bestmarke setzen – einen neuen Versuch war es also Wert.

Der Monat startete läuferisch dann also mit einem kleinen Tempo- und Formtest beim Mercedes-Benz Halbmarathon, wo ich allerdings wegen der tropischen Klimabedingungen nicht ans Limit gehen wollte, damit ich die Regenerationszeit möglichst kurz halten kann. Also versuchte ich möglichst stabil durchzulaufen und mal zu schauen, wie ich mich nach dem geplanten Tempo für den Berlin-Marathon so fühlen würde. Und es war gut und damit ein wichtiges Signal für das weitere Training.

Leider schickte mich einige Tage später dann ein fieser Magen-Darmvirus erstmal für einige Tage in Wartestellung – an Training und höhere Belastungen war nicht zu denken. Ich verlor dabei auch ein wichtiges Wochenende und musste damit auf einen Longrun und mehrere Tempoeinheiten in der Vorbereitungsphase verzichten.

Zum Glück war ich dann rechtzeitig zum ON Art Run Berlin wieder fit und konnte noch einmal wichtige Kilometer für Berlin sammeln. Dabei durchbrach ich dann auch meine Jahreszielmarke von 2.000 Laufkilometern – und zwar so früh im Jahr, wie noch nie zuvor!

Ein schöner Motivationskick war auch das ISTAF, wo ich unter anderem Gesa Krause bei Ihrem Lauf über die Weltbestzeit über 2.000m sehen konnte!

Das Highlight des Monats war dann aber ganz klar der Berlin-Marathon. Meine Skepsis im Vorfeld war doch ziemlich groß. Die durchwachsene Vorbereitung, mehr als 2.000 Saisonkilometer in den Beinen, die Aussicht auf meinen ersten, richtigen Regenmarathon und nicht zuletzt der Mageninfekt vor wenigen Wochen. War der Magen wirklich schon wieder stabil? Denn beim Berlin-Marathon 2018 war es genau der Magen, der rebellierte und ungeplante Boxenstopps und schließlich die Temporeduzierung in der zweiten Hälfte verlangte.

Aber in den letzten beiden Tagen drehte sich dann die Stimmung, etwas Schlaf wurde nachgeholt und ich konnte mir auch die nötige innere Gelassenheit eintrichtern. Also locker an den Start und im Wunschtempo los – 4:45/min sollten es sein. Und es rollte, die Herzfrequenz passte ganz gut und auch die Stimmung am Straßenrand war super – denn noch war es trocken und einfach perfekt zum laufen. So ging es dann auch weiter und bei 1:39:25h durch das Halbmarathontor lief, fühlte ich mich gut und wusste, daß eine gute Zeit drin sein könnte. Einfach so weiterlaufen!

Ganz so einfach war es dann natürlich nicht. Der Regen wurde stärker und die Beine schwerer und so musste ich ab Kilometer 35 schon richtig beißen, um mein Durchschnittstempo halbwegs zu halten. Dann tauchte vor mir der zweite 3:30h Pacemaker auf, der zehn Minuten vor mir gestartet war. Also schnell überholen und irgendwie davor bleiben!

Und es hat geklappt. Ziemlich abgekämpft, komplett durchgeweicht, aber mit Glücksgefühlen in der einzigen Körperzelle, kam ich nach 3:20:34h ins Ziel. Endlich eine neue Bestzeit und endlich auch mal wieder richtig schnell auf dem Heimatrennen. Wunderbar.

Damit bin ich nun in der komfortablen Situation, daß ich mir beim Chicago-Marathon im Oktober nichts mehr beweisen muss, da ich meinen großartigen Saisonabschluß schon graviert auf einer Medaille aus Berlin Zuhause habe. Ich kann also auch entspannt und mit Genuss zum vierten Stern bei den Six Majors laufen.

Ansonsten schiele ich natürlich auch schon ein wenig auf die SuperHalfs für die Saisonplanung 2020. Dadurch, daß die Rennserie komplett in Europa stattfindet, wird der Reiseaufwand doch etwas überschaubarer und es sind wirklich schöne Halbmarathons mit dabei. Ich werde aber wohl wieder einen Mix aus Laufveranstaltungen in Berlin Brandenburg und internationalen Highlights setzen und beginne mich auch schon für die ersten regionalen Rennen einzubuchen.

Neben der Saisonplanung 2020 überlege ich auch gerade, wie ich vielleicht etwas fitter durch die Off-Season komme, um dann gleich auf einem höheren Level in die neue Saison starten zu können. Eine Idee, ist das Thema Indoor-Cycling nochmal neu anzugehen. Der Rollentrainer war dann doch nicht soviel im Einsatz im letzten Winter, aber meine Peloton Erfahrungen waren derart überzeugend, daß ich wohl zum Deutschlandstart im November gleich zugreifen werde.

Aber erstmal geht es in die Vorbereitung zum letzten, großen Saison-Highlight nach Chicago. Ist auch jemand von Euch mit am Start?

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Hier findest Du übrigens auch die Beiträge zu den Monatsrückblicken vom Mai, Juni, Juli und August.

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3 Kommentare

  • Antworten Talianna 6. Oktober 2019 um 09:47

    Gratuliere zum neuen Personal Best! :)

    Im Regen zu laufen finde ich sehr lästig, ich bin sehr froh, dass mein Marathon in Karlsruhe war, bei Sonnenschein. Das ist zwar natürlich keiner der Majors, aber die interessieren mich auch eher nicht. Ich bin dennoch sehr gespannt, wie es dann in Chicago laufen wird.

    Viele Grüße!
    Talianna

    • Antworten Daniel 7. Oktober 2019 um 21:02

      Dankeschön, liebe Talianna! Es war zum Glück mein erster Regenlauf und auch erst im letzten Drittel richtig eklig. Was ich da schon von Hamburg gehört habe, ist kein Vergleich. Regen, Schnee, Hagel – alles in einem Marathon. :-)

      • Antworten Talianna 7. Oktober 2019 um 21:37

        Den Hamburg-Marathon bin ich noch nicht gelaufen, aber im Frühjahr ist da viel drin. Hamburg ist bekanntlich die Stadt, in der der Regen von der Seite kommt (laut Hamburger Freunden von mir). Dieses Jahr hatte ich aber echt Glück in Hamburg – beim Hella Hamburg Halbmarathon war’s heiß (was mir liegt) und beim Köhlbrandbrückenlauf war es 12°C warm, wenig windig, trocken und sonnig.

        Ein Freund von mir ist in Berlin gelaufen – 4:00:04. Er meinte, es sei beim Marathon noch verhältnismäßig passabel gewesen vom Wetter her – der Skate-Marathon am Samstagabend (den er auch lief) sei übel verregnet gewesen.

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