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30 Stunden. 52 Sekunden. Und 3 mal 42. Das lief im September 2021.

Wenn ich im Monatsrückblick auf den August geschrieben habe, daß ich mich angesichts eines überraschend guten Ergebnisses und einer tollen Stimmung beim Berliner Halbmarathon an die guten Zeiten vor Covid erinnert gefühlt habe, dann lag ich wohl komplett richtig. Denn im September wurde dieses Tor zu „Zurück in die Zukunft“ gleich nochmal ein riesiges Stück weiter aufgestoßen.

Los ging es mit einem Wahnsinnsevent, dem TSP DIY, also der Selbstbau-Edition von The Speed Project. Dabei versuchten wir zusammen mit einem Heer von anderen Teams in aller Welt in knapp 30 Stunden als Team im Staffelmodus so viele Kilometer, wie möglich zu schaffen. Und wir haben geschafft. Fast 385km in einer 4:27er Durchschnittsgeschwindigkeit muss man erstmal abliefern. Aber neben der sportlichen Leistung war die Partystimmung und der Zusammenhalt in unserem Team #LFG das schönste an diesem Event.

Ansonsten bestand der September aus dem klassischen Marathon-Vorbereitungsprogramm. Wie eigentlich auch immer, war im Büro extra viel los und auch privat gab es noch ein paar Spezialthemen zu regeln. Also bestand der Monat eigentlich nur aus laufen, arbeiten, essen, laufen, schlafen, essen, arbeiten, laufen…. und so viel Schlaf gab es dann eigentlich auch nicht.

Angesichts der vielen Laufschuh-Neuheiten wurde die Frage nach meinem Marathonschuh für den Berlin-Marathon aber zunehmend kniffliger. Zu kurz vor dem Marathon hatte ich den adidas Adizero Adios Pro 2 bekommen und traute mich nach nur einem Testlauf nicht damit über die 42km in Berlin. Aber der ON Cloudboom Echo ist ein ziemliches Geschoss, wenn man die richtige Lauftechnik drauf hat, mit dem adidas Adizero Adios Pro (1) hatte ich beim Gletschermarathon schon gute Erfahrungen gesammelt und der asics Metaspeed Edge hatte mich bei meinem Berliner Halbmarathon schon gut begleitet. Letztlich wurde es der asics, aber ich könnte mir vorstellen, daß ich bis zum nächsten Marathon auch noch einmal einige der anderen Optionen abchecke.

Gerade bei ON war ja nicht nur die ON Aktie nach dem Börsengang gut abgegangen, sondern auch der ON Cloudflash, mit dem ich meine bisherige Marathon-Bestzeit in Chicago lief.

Und apropos amerikanische Marathons. Nach dem Wunder des Berlin-Marathons, der selbst nach größter Skepsis letztlich stattfand, gab es nun auch das zumindest vorläufige Wunder von New York. Bis zuletzt hatte ich gehofft und mich innerlich gesträubt meine Flüge, Hotel und den Startplatz zu stornieren und dann kam die News – Einreisen in die USA sind ab November wieder möglich. Mein Flug ist am 2. November. Viel knapper ging es nicht! Aber dafür kommt nun eine neue Episode zu meinem Erfahrungsbericht vom New York Marathon aus 2017 dazu.

Aber das Highlight im September war natürlich der Berlin-Marathon. Im letzten Jahr war ich ihn allein, mit einem angeknacksten Fuß in 6:15h gelaufen und nun war er endlich wieder da. Der erste große Major-Marathon mit 25.000 Teilnehmern und ich mittendrin. Und auch hier zeigte sich wieder, daß ich durch Covid völlig aus der Übung gekommen war und erstmal ganz schön überlegen musste, an was man eigentlich alles denken muss – von Pflaster bis Isodrink.

Dafür war die Stimmung auf der Strecke und am Rand wirklich ausgelassen und man merkte, wie sehr sich alle darauf freuten, endlich wieder ein wenig Marathonnormalität auszukosten. Auch wenn am Streckenrand noch immer nicht das volle Level an Support aufgefahren war, war es ein echtes Fest, aber auch ein fieser Brocken Laufarbeit.

Denn schon am Start war es ziemlich warm, mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und so versuchte ich solange es geht, schnelle Kilometer zu machen, bis die Sonne wirklich stärker werden würde. Denn mit 9:30 Uhr war der Start auch schon recht spät. Bis Kilometer 26 kam ich mit meiner Wunschpace auch einigermaßen durch, bis ich dann noch merkte, daß ich das nicht weiter durchstehen würde. Und so wandelte sich die Pace von unter 5 auf über 5min pro Kilometer – mal lief ein Kilometer etwas besser, dann wieder einer schlechter. Aber der Flow war raus und jeder Schritt fiel zunehmend schwerer. Um so wichtiger war dann gerade ab Kilometer 30 der Support vom Streckenrand, der immer wieder dabei half, sich zusammenzureissen und weiter das Beste herauszuholen. Vielen, vielen Dank an alle dafür!
Am Ende durfte ich eine 3:21:26h auf meine Medaille eingravieren lassen – nur 52 Sekunden hinter meiner Berliner Bestzeit von 2019. Und das nach einer langen Pause durch die Pandemie und eine Verletzung.

Ich bin immer noch überglücklich über dieses Ergebnis, gerade weil ich weiß, daß ich wirklich gekämpft habe und diese Minute auf keinen Fall irgendwo herauszuquetschen gewesen wäre. Mein Glückwunsch geht an diese Stelle auch an alle anderen Finisher, denn die Bedingungen waren wirklich hart in diesem Jahr!

Aber jetzt wird der Blick nach vorn gerichtet auf den Paris-Maraton. Also steht im Oktober vor allem erstmal Regeneration und lockeres Training an – aber ich schiele auch schon ein bisschen auf den Laufkalender 2022 und überlege, wie es im kommenden Jahr weitergehen soll. Ich bin auf jeden Fall laufhungrig und eigentlich wäre es ja an der Zeit, mal mit den Six Majors weiter zu machen. 2 Sternchen fehlen mir ja noch.

Statt der üblichen Winterpause, in der ich immer etwas weniger oder teils auch nicht mehr laufe, werde ich diesem Winter wohl einmal durchtrainieren. Denn mit dem neuen Peloton Tread Laufband bin ich jetzt auch komplett wetterunabhängig und kann mich auch mal eben zwischendurch für ein kleines Läufchen von den neuen Laufbandtrainern Marina Andresen, Tobias Heinze und Marcel Maurer motivieren lassen.

Aber wie gesagt ist vernünftig bleiben die wichtigste Disziplin zwischen meinen 3 großen Marathons und so werde ich wohl manchmal auch einfach nur ganz locker auf dem Peloton Bike ausrollen und mit der Komoot App neue Wanderrouten und Spaziergänge in der Gegend erkunden.

Und wenn wir gerade ein wenig beim Outdoor-Thema sind. Die Dachzeltsaison neigt sich ja nun auch zuende und ich habe in einem Beitrag mal meine Dachzelt Erfahrungen aufgeschrieben und suche noch Inspiration für größere Touren für das kommende Jahr. Denn nach der langen Zeit von Home Office will ich vor allem wieder reisen, laufen und die Natur genießen.

Und für den ersten großen Reisehunger geht es für mich ja noch in diesem Jahr zum Paris-Marathon und zum New York Marathon. Es wird also ein spannender Herbst. Vielleicht sehen wir uns ja!

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Hier findest Du übrigens auch die Beiträge zu den Monatsrückblicken vom März, April, Mai, Juni, Juli, August und auch den Jahresrückblick 2020!

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