Strava
Laufen

Früher war ich Läufer. Das lief im März 2020.

Ich bin nicht verletzt, es geht mir gut. Trotzdem stehen für diesen Monat nur 15 Laufkilometern in den Büchern. Und damit habe ich nicht einmal die monatliche Halbmarathon-Challenge bei Strava abgeschlossen. Aber es ist ok – Athletes Adjust!

Bewusst getroffen hatte ich ja zuvor schon meine Entscheidung, daß Jahr ruhiger und ohne schnellen Frühjahrsmarathon starten zu lassen. Das die Corona-Krise den Laufkalender so durcheinander wirbeln würde, war ja bis vor Kurzem auch noch nicht in dieser Dimension erkennbar. Auch wenn die Laufveranstalter viele Events weiter in den Spätsommer und Herbst schieben, gehe ich derzeit davon aus, daß es keine Großveranstaltungen mehr in diesem Jahr geben wird. Vielleicht gibt es eine Ausnahmeregelung für den VeloCity im Juni, da man sich auf den Rädern ja weniger nahe kommt, aber das Gedränge im Startblock wird man wohl auch hier nicht verhindern können.

Insgeheim hoffe ich natürlich, daß der Berlin-Marathon und vor allem der New York Marathon doch stattfinden können, aber bei der aktuellen Lage ist das einfach komplett unrealistisch. Ich bin daher auch nachhaltig genervt von den Laufgruppen bei Facebook, bei dem jede neue Veranstaltungsabsage zur neuen Sensationsmeldung gemacht wird. Ja, wir haben eine Pandemie und Kontaktverbot – bundesweit. Es gehört nicht viel dazu, vorherzusehen, daß es keine Osterläufe geben wird.

Anstelle sich mit Dingen zu beschäftigen oder darüber aufzuregen, die ich nicht beeinflussen kann (Veranstaltungsabsagen, Gym-Schließungen, Kontaktverbote), bietet die Krise aber auch eine Einladung, sich auf Dinge zu konzentrieren, die ich beeinflussen kann oder die ich sogar komplett kontrollieren kann. Und das ist zum Beispiel die Art und Weise, wann und wo ich trainiere. Für mich macht es gerade keinen Sinn, krampfhaft an meinen alten Routinen festhalten zu wollen, denn die Rahmenbedingungen haben sich zu stark geändert. Für mich bietet die neue Situation daher vor allem zwei Chancen.

Zum einen kann ich durch einen harten Schnitt durch meine Routinen, diese auch einmal kritisch durchleuchten. Was macht nach zehn Jahren intensiven Laufens überhaupt Sinn und was will ich wirklich? Gleichzeitig kann ich die Chance nutzen Neues auszuprobieren. Bei Instagram könnt Ihr ja vieles davon mitbekommen. Personal Training per Videokonferenz, Training mit Fitness-Apps, Rides auf dem Peloton Bike oder Youtube-Workouts. Aus den Erfahrungen mit diesen neuen Trainingsansätzen und dem Überdenken der Routinen, baue ich mir dann nach der Krise ein neues Trainingssystem zusammen. Manches wird weggelassen, manches kommt neu dazu. Wie gesagt, ich sehe das als Chance.

Der zweite große Block ist eigentlich eine Fortführung meiner generellen Idee des Jahresstarts. Ich arbeite zur Zeit so viel wie nie zuvor, weil ich jetzt möglichst viel Ballast beiseite räumen will. Dutzende Projekte und Dinge, die man schon immer mal machen wollte oder musste – jetzt packe ich sie an. Denn ob ich jetzt gerade viel laufe oder wenig, finde ich nicht wichtig. Ich finde es wichtig jetzt die Zeit zu nutzen, sich optimal für die Zeit vorzubereiten, wo die alten Möglichkeiten zurückkommen. Dann von Lasten befreit und mit neuen Trainingsbausteinen frisch durchzustarten, erscheint mir sinnvoller, als jetzt einfach durchzuballern, als wäre nichts passiert. Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint und ich hole gerade einmal ganz tief Luft.

Trotzdem ist natürlich Einiges passiert, auch wenn mein einziger nennenswerter Lauf im März der International Womens Day Run war. Auch wenn Ihr es wahrscheinlich schon nicht mehr hören könnt – aber die Liebe zum Peloton Bike und der Peloton App bleibt groß. Mehr als 300km war ich im März im Sattel und bin trotzdem keinen Zentimeter von der Stelle gekommen. Dafür wurden gleich wieder diverse Milestones gecrasht: Die 2k Challenge (2000 Minuten Training) und 200 Rides sind erreicht und im April gibt es das nächste Badge für 250 Rides.
Und gerade die App macht mir zur Zeit viel Spaß, weil ich damit auch mal kleine Spaziergänge mache, damit ich keinen Lagerkollaps im Home Office bekomme. Und auch die neuen Tanzworkouts machen richtig Spaß – weil Zuhause ja zum Glück keiner sieht, wie schlimm die Koordinationsstörungen wirklich sind.

Das Highlight des Monats war aber ganz klar die Gala zur Wahl zum besten Sportblog des Jahres. Bei die Goldene Blogger war wirklich das Who-is-Who der unabhändigen Medienszene vorhanden und ich bin sehr dankbar für diese Form der Anerkennung. Am Ende durfte zwar Jemand anderes den Preis mit nach Hause nehmen, aber einer der drei besten Sportblogs Deutschlands – das ist doch was!

Aber nicht nur mein Sportverhalten hat sich im März geändert – auch die Blogthemen sind anders. Statt Rennberichten von Laufveranstaltungen, habe ich Euch eine Reihe von Ratgebern zusammengestellt, wie man gut unterhalten durch diese Zeit kommt. Die besten Lauffilme, die besten Laufpodcasts und die besten Laufbücher sind so zusammengekommen. Ergänzt übrigens bitte gerne mit Euren Lieblingen unter den jeweiligen Listen!

Der Ausblick auf den April fällt mir unter den aktuellen Vorzeichen entsprechend schwer, aber ich habe mir vorgenommen am Sonntag zumindest virtuell, und für mich allein den Berliner Halbmarathon zu laufen. Und dann geht es weiter ans Ballast wegräumen, und ans Raum und Ressourcen schaffen für die Zeit nach Corona…

Bleibt gesund!

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Hier findest Du übrigens auch die Beiträge zu den Monatsrückblicken vom September, Oktober, November, Dezember, Januar, Februar und auch den Jahresrückblick 2019!

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