„Laufblogs leben!“ ist wohl die schönste Botschaft für mich nach diesem turbulenten Jahr. Dadurch, daß viele Sportmarken sich ja schon seit Jahren ausschließlich auf Laufinfluencer bei Instagram und TikTok konzentrieren, standen die Laufblogs in den letzen Jahren immer ein wenig im Schatten. Schnell mit KI zusammengefrickelte Webseiten und Menschen, die sich nur noch über ChatGTP informieren und keine Webseiten mehr besuchen, machten zusätzlich Zukunftssorgen. Jetzt, wo ich meine Zahlen gesehen habe, bin ich sogar selbst ein bisschen überrascht. Auch in 2025 wurde mein Laufblog wieder mehr als 750.000 mal besucht – und ja es sind auch 5% weniger als 2024, aber vom vielbeschworenen Untergang aller Contentwebseiten kann nicht die Rede sein.
Trotzdem sieht man aber den Einfluss von KI auf das Nutzerverhalten. Statt der 5% mehr Besucher oder eben einem weiteren Besucherwachstum, habe ich nun etwa 1.000 Webseitenbesuche von Menschen bekommen, die sich zuvor bei ChatGTP, Perplexity oder Microsoft Copilot informiert haben. Und genau darin besteht aber auch die Chance für Laufblogs. Denn letztlich werden einerseits die Marken erkennen, daß man in Blogs erscheinen muss, da diese Texte die AI-Modelle füttern und deren „Meinung“ prägen.
Andererseits sind die Ergebnisse von ChatGTP und Co. wenn es um Laufveranstaltungen geht, wenig vertrauenserweckend und häufig einfach falsch. Ein ähnliches Themenfeld wie die Recherche zu Laufveranstaltungen sind ja Reiseplanungen. Und da haben CNN und andere Medien den KI-Tools wirklich schlechte Zeugnisse ausgestellt. Direkt Berichte von jemandem zu lesen, der wirklich dort war und Dinge wirklich ausprobiert oder erlebt hat, bleiben also auch 2026 relevant. Mit frischer Motivation geht es also in ein neues Jahr des Schreibens und danke an alle Leser für die Treue!

Als Gegentrend zur Digitalisierung und dem Endlosscrolling bei Social Media haben sich die „Real Life Community Experiences“ noch weiter verstärkt. Das Geschäftsmodell RUN CLUB scheint dabei so langsam seinen Höhepunkt erreicht zu haben und so driften die Community Hosts nun in neue Formate, wie Hiking Clubs, Swim Clubs, Cycling Clubs oder Walking Clubs. Das Geschäftsmodell bleibt das Gleiche. Als Teilnehmer bekommt man Goodies von Marken und kostenlose Trainings oder Erlebnisse, während der Community Host den Content und die geündelte Reichweite aller Teilnehmer gegenüber den Marken monetarisiert. Deswegen sprechen Viele davon, daß die Community Hosts die neuen Influencer sind. Sicherlich sind nicht alle Hosts gleich und viele Hosts wirklich mit reinem Herzen dabei. Aber wer wirklich glaubt, daß all die Hosts wirklich nur die Welt verbessern wollen mit ihren kostenlosen Community-Events, hat noch nicht die Sponsorship-Rechnungen gesehen, die die Marken an den Host bezahlen.

Der dritte Trend ist für mich der, der mich am meisten besorgt. „Alle sind willkommen“, „Every Pace has a Place“ oder „Sexy Pace“ sind viele scheinbar inklusive Botschaften, die man im Laufsport bekommt. Fakt ist aber, daß Anfänger bei den meisten Laufclubs gnadenlos hinterherhecheln, weil vorne die Schnellen, vergessen, was Community wirklich bedeutet. Insbesondere bei Social Media geht es nicht wirklich um den Spaß am Sport, am gesunden Leben, an der Bewegung und dem zusammen Spaß haben. Wenn man genau hinschaut, geht es knallhart um Performance und eine Extremisierung. Natürlich haben die meisten Jungs beim Hyrox kein T-Shirt an und gefühlt, darf man ohne Six Pack erst ganicht antreten. Auch bei den Frauen, sind die skinny, shredded Girls wieder extrem populär – Niemand will die durchschnittlich fitte Person mit Normalgewicht in seinem Team? Und über Altersausgrenzung wollen wir im Themenfeld der Inklusion in Sportmedien und Sportmarketing erst gar nicht sprechen. Jedenfalls scheint es wenig Plätze zu geben für Durchschnittsläufer, die vielleicht gar keinen Wettkampf laufen wollen, sondern nur ein bisschen laufen. Die eben keinen Marathon laufen wollen. Stattdessen eskaliert es bei den Influencern. „Jeden Tag ein Marathon, ein Jahr lang“, „500 Stunden Ultralauf ohne Pause“, „Ich laufe alle Straßen von Rüsselsheim ab“ – es muss scheinbar extrem sein, in diesen Tagen, damit man als Laufinfluencer punkten kann.
Und vielleicht war ich in den letzten Jahren ja auch ein Teil von der Extremisierungsbewegung. Aber das müsst ihr beurteilen. Jedenfalls war es im Jahr 2023 und Jahr 2024 bei mir ziemlich eskaliert, wohl auch noch aus dem Gefühl, nach der Corona-Pause einiges aufholen zu müssen. 20 Wettkämpfe, 7 Marathons in einem Jahr – in 2025 sollte es mal wieder etwas ruhiger werden. Aber war das wirklich weniger?

Das Jahr startete klassisch mit dem NYRR Resolution Run, dem virtuellen Neujahrsvorsätzelauf der New York Road Runners. Dazu ein bisschen Intervallfasten, um das Gewicht ein wenig zu korrigieren und zack! – da kam der Reality Check. Übervoller Terminkalender, zu lange Tage im Büro und ein Infekt obendrauf. Dahin war der Neujahrsplan.
Und so musste ich beim ersten Formcheck über die 30km beim Frostwiesenlauf auch richtig kämpfen. Doch dieses Leiden auf der zweiten Hälfte der Strecke war auch ein guter Warnschuss, sich 100 Tage vor dem London-Marathon endlich zu entscheiden, wie man dort performen möchte.

Also wurde noch einmal neu gestartet und nach einer Wasserfastenkur, ging es mit 8kg weniger Gewicht als Belohnung für ein Wochenende an die Ostsee. Noch einmal die Seele lüften und mit moderatem Training an der Strandpromenade erleben, was die Autophagie so mit dem Körper angestellt hat. Denn die beschleunigte Zellerneuerung ist für mich inzwischen beim Fasten fast noch bedeutender geworden als der Gewichtsverlust. Denn Gewicht verlieren kann man auch mit anderen, weniger brutalen Methoden.
Mit dem neuen Gewicht und nach dieser inneren Frischzellenkur, ging es dann wirklich strukturiert in das Training. Dabei achtete ich in diesem Jahr nicht nur auf die Cardio-Einheiten beim Laufen und auf dem Peloton-Bike, sondern baute auch viele Stabitrainingseinheiten ein. Wie viele andere Läufer auch, habe ich kein gutes Verhältnis zum Krafttraining, habe aber in dieser Saison gehen, daß das regelmäßige Training mit dem Peloton-Guide genau den Unterschied bei der Laufperformance macht und das Bestzeitpotential freischalten kann.

Neben diesen sportlichen Fortschritten, war es ein Karrierehighlight, daß ich zum ersten mal einen Award bei einer Verleihung in London entgegen nehmen durfte. Als fast bestes Sportblog in Deutschland hatte ich es schon mal auf die Bühne geschafft, nun also einen Fashion Industry Award in meinem Hauptjob. Mal was Anderes als eine Medaille!

So richtig zeigte sich die Transformation dann im März. Gleich zu Monatsbeginn rutschte die Marathonzielzeitprognose meiner Fenix 8 unter die 4-Stundenmarke. Und als ich dann auf eine ganze Gruppe von Food-Influencern beim Hurom-Retreat auf Mallorca traf, konnte ich mir auch noch mal viele Inspirationen für meine Ernährung holen. Schon 2022 bin ich auf die vielseitigen Möglichkeiten der Hurom Entsafter gestoßen und nutze die gesunden Säfte und Suppen immer mal wieder als Baustein meiner Diät. Eigentlich wollte ich auch noch viel mehr von meinen Rezepten bei Youtube teilen, aber nach einem starken Start hat dann doch wieder die Zeit gefehlt – oder eben die Priorität.

Danach ging es über den Monatswechsel zu einem Businesstrip nach Los Angelese, wo ich mit einer krassen neuen Marathonprognose von 3:32:59h begrüßt wurde und jetzt die langen Strandpromenaden und das tolle Wetter für den weiteren Feinschliff nutze. Wenn man so drastisch seine Erfolge sieht, macht es auch richtig Spaß bei den finalen Longruns vor den ersten Wettkämpfen der Saison noch einmal richtig fokussiert an der Qualität zu schrauben.


Fast hätte ich bei meiner Reiseplanung übersehen, daß man die Startunterlagen für den Berliner Halbmarathon ja schon am Tag vor dem Rennen abholen muss. Denn durch die Zeitverschiebung und das Fehlen von Direktflügen nach Berlin, ist man gerne mal bis zu 24 Stunden unterwegs. Also ging es direkt vom Flughafen zur Messe und mit etwas Verspütung hielt ich dann trotzdem eine Stunde vor Schließung meine Startnummer in der Hand. Und obwohl es keine gute Idee ist, gleich am nächsten Morgen nach einem Langstreckenflug einen Halbmarathon zu laufen, flutschte es erstaunlich gut. Nach 1:33:55h hatte ich die zweite Medaille des Jahres erlaufen und einen weiteren mentalen Pfeiler für meine Marathons eingerammt.

Weiter ging dieser wilde Frühlingritt dann mit einem Besuch mit der FIBO, wo wir zum ersten Mal als Aussteller mit dabei waren. Gerade auf 2026 bin ich hier gespannt, da sich die FIBO nach dem Abwandern der ISPO Sportmesse nach Amsterdam, nun wohl noch breiter aufstellen will und auch Sportarten wie Padel ein Zuhause geben will. Vielleicht ja auch mehr Laufen?

Nach der Messe war vor dem Marathon, also ab in den Zug nach Brüssel. In nur 2 Stunden gehts direkt von Köln in die Belgische Hauptstadt zu meinem ersten Saisonauftakt – den European Running Championships. Zwei Wochen vor dem London-Marathon sollte es eher ein entspannterer Longrun werden, doch es lief so locker und machte so viel Spaß wie lange nicht mehr. Und wie mein Trainer so sagt: „Wenn es läuft, dann läufts!“. Also habe ich einfach die tollen Bedingungen des Tages mitgenommen und einfach laufen lassen. Leider habe ich viel zu spät gemerkt, daß ich sogar auf Kurs für eine Qualifikationszeit für den Boston-Marathon war. Auch wenn es letztlich nicht geklappt hat und ich 1:17min zu langsam war, konnte ich überglücklich eine 3:26:17h und damit meine viertbeste Marathonzeit ins Ziel bringen. So gut war es schon ewig nicht mehr gelaufen!

Also schnell ausruhen und regenerieren für den London-Marathon. Denn der London-Marathon ist für mich etwas sehr Besonderes. Zum ersten Mal war ich dort 2015 gelaufen, bei meinem allerersten Auslandsmarathon. Und dort habe ich auch zum ersten Mal von den World Marathon Majors gehört, die dann in den kommenden Jahren zu meiner großen Leidenschaft wurden. Entsprechend motiviert ging ich nun, zehn Jahre nachdem alles bekann, wieder an den Start und wollte nach den Erfahrungen in Brüssel noch einmal auf Risiko spielen. Könnte ich meine aktuelle Bestform doch noch in eine neue Bestzeit oder eine Qualifikation für einen Major erlaufen? Also startete ich schnell und klebte mich an einen der Pacemaker. Aber die zunehmend warmen Temperaturen und wohl auch die nicht ganz ausreichende Erholung nach dem Marathon in Brüssel, zwangen mich zur Temporeduzierung. Mit meiner 3:32:21h war ich aber trotzdem sehr zufrieden und deutlich schneller als beim ersten Mal. Und als kleinen Nebeneffekt habe ich beim London-Marathon auch den 4ten Stern für meine zweite Runde der Marathon Majors erlaufen.

Viel schwieriger war dann bei Mai für mich. Nach dem intensiven Trainingsfokus musste ich mich wieder mehr auf meinen Job und meine Familie konzentrieren und trotzdem halbwegs die Form halten, damit ich für die Herbstläufe nicht bei Null anfangen muss. Also ging es erstmal mit den Kids in den Belantis Freizeitpark zum Achterbahnfahren und gererell etwas ruhiger zur Sache. Und vielleicht gerade wegen der Erholung und dem Fokus auf andere Dinge, konnte ich beim Firmenlauf Berlin meine drittschnellste Zeit laufen. Die weit verbreitete Angst vor der Laufpause ist also unbegründet und wir sollten alle mehr Mut zur Pause haben.


Wie eine verspätete Geburtstagskarte trudelten dann im Mai auch die Urkunde und die Medaille vom den Guiness World Records ein. Denn als Finisher des London-Marathon hatte ich mitgeholfen den Weltrekord für den Marathon mit den meisten Teilnehmern aufzustellen. Nach den zwei Rekorden mit Peloton, ist das nun schon mein dritter Guiness Rekord.
Zum Monatswechsel nutzte ich den Trip zu einer Konferenz nach Barcelona auch für ein paar Tage der Entspannung. Neben den Morgenläufen in LA sind die Strandläufe in Barcelona meine absoluten Favoriten und ich habe schon häufiger sinniert, ob ich nicht nach Barcelona ziehen sollte. Jedenfalls war mein Lauf zum Global Running Day in 2025 eine Strandedition in Barcelona.

Zuhause wartete dann bei meiner Laufgruppe von gotorun die nächste Überraschung. Mein Trainer hatte die Lauflegende, Olympionikin und mehrfache Gewinnerin des Boston-Marathon, Berlin-Marathon und New York-Maraton, Uta Pippig zu einer Trainingseinheit eingeladen. Nicht nur den Lauferzählungen von ihren Erlebnissen zu lauschen, war eine absolute Inspiration. Sondern auch Übungen und Trainingsformate von ihr zu probieren – vor allem aber zu sehen, wie geistig und körperlich fit sie in ihrem Alter ist – und vielen deutlich jüngeren überlegen. Das sind die Vorbilder, die vorleben, wie man später leben will. Nicht im Wartezimmer beim Arzt, sondern wartend im Startblock eines Marathons.

Als Nächstes durfte ich für einen Business-Trip nach Slowenien reisen und konnte auch dort ein wenig trainieren. Ich hatte wirklich keine Vorstellung, wie schön es dort ist. Vom Touristenmagneten Bled, hatte ich zuvor noch nie gehört. Das zeigt, daß man ich touristisch noch viel mehr mit Osteuropa beschäftigen sollte. Vielleicht führen mich ja meine Laufreisen auch mal häufiger dorthin.


In Berlin erfüllte ich mir dann eine kleine Konfrontationstherapie, die ich schon lange im Sinn hatte. Endlich hatte ich mir die Zeit genommen und einfach mal ein Ticket für die Boros-Collection gebucht. Nicht nur, um die moderne Kunst zu entdecken, sondern vor allem um an einen Ort meiner wilden Jugend zurückzukehren. Bevor ich auch beim Feiern etwas ruhiger wurde und mehr zu House-Beats im eWerk tanzte, war ich begeisterter Fan der Gabba-Musik und war regelmäßiger Gast im Bunker, dem härtesten Club Berlins, der sich stehts als Underground-Location treu geblieben war. Auch wenn dieses Kribbeln beim betreten des Gebäudes deutlich vorhanden war, gab es nicht mehr viel von der Clubhistorie des Gebäudes zu sehen. Vieles wurde umgebaut und überstrichen – abgesehen von ein paar Tags und Graffitis gab es nicht Vieles zu sehen, daß die Erinnerungen hervorgeholt hätte. Aber das ist auch ok so. Denn auch heute passt wohl noch das Motto der damaligen Szene: „Foward ever. Backward never“. Und auch wenn man nicht jünger wird, sollte man aufpassen nicht in der Vergangenheit stehenzubleiben und offen zu bleiben für Neues. Jedes hat seine Zeit und wenn eine Zeit endet, ist es auch ok loszulassen und ein neues Kapitel zu beginnen. Man kann ja trotzdem mit Freude auf das zurückblicken, was einmal war und sich auf das freuen, was einmal wird.



Im Juli durfte ich wieder einmal meiner Leidenschaft für das Volunteering im Sport nachgehen. Ich war wieder einmal im Media Team unterwegs, allerdings zum ersten Mal bei der FISU World University Games Rhine-Ruhr, also quasi den Olympischen Spielen der Studenten. Nach einem kleinen Intermezzo beim Handball in Berlin, war ich dann am Kemnader See für die Broadcast Services im Einsatz und habe die Kamerateams unterstützt und die Interviews mit den Top 3 im Ziel geführt. Wenn Ihr etwas darüber lernen wollt, wie es hinter den Kulissen großer Sportevents zugeht und viele tolle Menschen kennenlernen wollt, dann ist die Arbeit als Volunteer meine absolute Empfehlung. Und irgendwie auch schon einer der Pläne für die Zeit, wenn ich mal etwas weniger Arbeite.
Kurz bevor es im August in den Sommerurlaub nach Frankreich ging, hatte mich die MAZ entdeckt und ich durfte in einem Interview ein wenig über meine Laufleidenschaft und das Bloggen plaudern. Vielen Dank noch einmal für den schönen Beitrag.



Wer schon einmal den Sommer in Südfrankreich erlebt hat, weiß das es traumhaft ist. Statt Espresso wurde Rosé getrunken und statt Meetings wurden kleine Nickerchen am Strand gehalten. Dazu ein bisschen Wassersport, gutes Essen und ein wenig Sightseeing – einfach perfekt. Und besonders daß man jeden Tag die Wahl hat – vom günstigen Strand am Campingplatz bis zum luxuriösen Beachclub, man kann einfach machen worauf man Lust hat. Dazu zählten zwar nicht unbedingt die morgentlichen Longruns beim Feinschliff für den Berlin-Marathon. Aber 30km nach St. Tropez und zurück mit konstantem Blick auf die Côte d’Azur können auch für das frühe Aufstehen entschädigen. Und wie immer im Leben, gilt auch für Marathons: „Man kann keine Ergebnisse erwarten für Arbeit, die man nicht hineingsteckt hat.“

In Berlin zeigten sich dann auch schon wieder solidere Laufleistungen beim Mauerweglauf, bei dem ich wieder 25km als Teil der „Genzläufer“ Staffel unterwegs war. Denn nach meinen Frühjahrsmarathons hatte ich doch relativ wenig trainiert und erst im Juli wieder mit einer Steigerung der Umfänge begonnen. Bei der Berliner Generalprobe gab es dann ein weiteres Zeugnis, daß die Marathonform wieder aktiviert wurde und mit 1:42:25h auf den Halbmarathon war ich sehr zufrieden für diesen Testlauf.

Der Marathon-Monat September begann mit dem Finale des Berlinathon. Leider hatte ich die anderen Events der Serie verpasst und wollte nun wenigstens den großen Schlusslauf auf dem Tempelhofer Feld mitnehmen – und natürlich meine erste Bananenmedaille. Vielleicht schaffe ich es ja in der kommenden Saison auch zu den Kultur- und Foodläufen. Im Laufkalender für 2026 habe ich sie schon mal eingetragen.

Das Highlight war aber natürlich der Berlin-Marathon, bei dem ich meine Teilnahmeserie weiter ausbauen konnte – und zwar Berlin-Marathon Nummer 13 in Folge. Es war also völlig klar, daß ich auch bei der Hitzeschlacht von Berlin ins Ziel kommen würde – egal wie lange es dauern würde. Hauptsache gesund und über die Ziellinie. Der kurzfristige Wetterwechsel und der vorverlegte Termin hatten jedenfalls für hochsommerliche Temperaturen gesorgt und es war erschreckend, wie viele medizinische Notfälle man am Straßenrand sah. Auch ich hatte schnell bemerkt, daß dieser kein normaler Marathon werden würde, und meine Rennstrategie entsprechen angepasst. Keine Marathonzeit der Welt ist es wert, dafür sein Leben oder seine Gesundheit zu riskieren. Nach 4:00:02 war ich dann im Ziel und hoffe dann auf besseres Laufwetter am 27. September 2026 – dann wieder zum klassischen Termin.
Auch schon wie in den letzten Jahren, wurde dann die Oktoberfest-Tradition fortgesetzt. Ein paar Tage München, mit Bierchen, leckerem Essen und Spaß auf dem größten Volksfest der Welt sind eine tolle Abwechslung nach dem ganzen Herumgelaufe. Obwohl ich zuletzt lieber auf dem historischen Teil des Oktoberfest, der „Oide Wiesn“ unterwegs bin und nicht in den großen Festzelten.

Und dann gings ab ins läuferische Bonuslevel des Jahres. China Airlines hatte mich gefragt, ob ich mit nach Taiwan kommen möchte, um dort den CI Marathon in Taipeh zu laufen. Darauf gibts natürlich nur eine Anwort. Und so saß ich dann im Oktober zusammen mit den Pfeiffers im Flieger nach Taiwan – um zu laufen und das Land zu entdecken. Ich habe mich sofort in das Land verliebt. Die Korrektheit Japans trifft auf die Offenheit und Freundlichkeit von Thailand und bei der Küche kann man zwischen chinesischen und taiwanesischen Gerichten eigentlich alles finden, was die asiatische Küche hergibt. Dazu ein interessanter Spannungsbogen aus moderner Architektur, historischen Tempeln und einer beeindruckenden Natur. Wirklich sehr schön.






Auch der CI Marathon war etwas Besonderes, weil wir direkt mit dem Athletenbus zum Start fuhren und auch als internationale Läufer auf der Bühne vorgestellt wurden. Das Rennen selbst hat mich ziemlich herausgefordert und die warmen Temperaturen mit der hohen Luftfeuchtigkeit haben mich, trotz des Starts am Abend, ziemlich ausgebremst. Trotzdem war es eine unglaublich tolle Erfahrung, gerade weil das Land und die Menschen so herzlich sind.

In Berlin hatte ich mich endlich einmal für den neuen Sportscheck RUN Berlin angemeldet, der ja seit einiger Zeit neu als Nachtlauf am Tempelhofer Feld eingezogen war. Nach meinem Morgentraining mit der Laufgruppe war ich zwar schon etwas angematscht, wollte aber endlich selbst Eindrücke vom Event sammeln. Und ja, es ist ein wirklich schöner, gut organisierter Saisonendlauf, bei dem man auch noch mal richtig gute Zeiten laufen kann – wenn man denn will. Ich war mit meiner Zeit von 1:41:32h für den Halbmarathon jedenfalls zufrieden und konnte mir nach dem durchwachsenen Finish in Taipeh selbst beweisen, daß ich doch noch halbwegs schnell laufen kann.

Im November und Dezember hat es mich dann leider ziemlich aus der Routine geworfen. Wochenlang wurde ich durch eine Erkältung ausgebremst, die sich einfach nicht abschütteln liess. Zum Glück war ich genau zum HEAT24 wieder fit und konnte dort im Kreise der Laufliebenden ein paar Kilometer für den guten Zweck erlaufen – und die besondere Medaille für treue HEAT24-Läufer. Vielen Dank!

Auch für einen äußerst interessanten Kalligraphie-Workshop im J.W. Marriott fand ich im November noch Zeit und lernte, wie man schöne Weihnachtskarten und andere Schriftstücke mit einem Montblanc-Füllfederhalter herbeizaubert. Gerade die mentale Komponente, sich in dieser hektischen Zeit, mal ganz in Ruhe nur auf eine Linienführung zu konzentrieren und etwas nicht-digitales zu erschaffen, hat mich sehr begeistert.
Leider hat mich dann im Dezember eine Grippe erneut ausgeboxt und mit einem ewig anhaltenden Husten von allen sportlichen Aktivitäten isoliert. Mit dem Silvesterlauf im Blick, habe ich es dann aber doch geschafft, mich rechtzeitig auszukurieren. Der Silvesterlauf war dann tatsächlich mein einziger Lauf im Dezember und gleichzeitig der Beginn meiner Rückkehr in das Lauftraining. Insofern habe ich das Jahr doch noch versöhnlich und hoffnungsvoll abgeschlossen.
Und auch wenn man sich bei zwei Monaten des Weniglaufens sehr merkwürdig vorkommt, zeigen der Blick in die Strava-Statistik mit mehr als 2.600 Laufkilometern in 2025 – und nicht zuletzt dieser Jahresrückblick, daß auch 2025 wieder ein richtig tolles Laufjahr mit unendlich vielen, tollen Erinnerungen war.

Für 2026 werde ich weiterhin etwas ruhiger treten und keine Aktionen wie „sieben Marathons in einem Jahr auf mehreren Kontinenten“ durchziehen – also zumindest nicht aktiv geplant. Ich werde erst einmal mit den lokalen Klassikern in die Saison starten und beim Frostwiesenlauf und dem Berliner Halbmarathon an den Start gehen. Auch den Firmenlauf, die Generalprobe und den Mauerweglauf habe ich im Blick. Aber das Highlight sollen die World Athletics Road Running Championships in Kopenhagen werden und natürlich Berlin-Marathon Nummer 14 in Folge.
Ich würde mich freuen, wenn wir uns an der ein oder anderen Startlinie sehen! Vielen Dank für die vielen treuen Leser hier im Blog und auch für die netten Kommentare bei Facebook, Strava und Instagram. Ich wünsche Euch einen perfekten Start für 2026 und das ihr alle Eure Ziele erreicht!
P.S. Wenn Du auf Zeitreisen stehst, findest Du hier auch den Jahresrückblick von 2024, den Jahresrückblick von 2023, den Jahresrückblick von 2022 und den Jahresrückblick 2021.














2 Kommentare
Herzlichen Glückwunsch zum dritten Guinness-Rekord und auch so klingt es nach einem sehr sportlichen, schönen und erfolgreichen Jahr. Ich hoffe dieses Jahr wird genau so erfolgreich für Dich. Klasse, dass trotzdem noch so viele Deinen Blog lesen, ja persönliches von einer Person ist nochmal was anderes als von einer KI. LG Edeline
Ein gelungener Rückblick auf das Laufjahr 2025. Der Beitrag fasst die wichtigsten Highlights übersichtlich zusammen und zeigt gut, wie vielfältig und bewegend das Jahr für die Laufszene war. Eine angenehme Lektüre zum Zurückschauen und Einordnen.